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Piaggio Aerospace sucht nun einen solventen Käufer

Der Sonderverwalter des insolventen italienischen Flugzeughersteller Piaggio Aerospace hat nun offiziell mit der Suche nach einem Käufer begonnen. Mit Anzeigen in verschiedenen Tageszeitungen hat er Interessenten aufgefordert, sich bei ihm zu melden.

7.05.2019

Piaggio Aerospace hatte im ersten Quartal des Jahres 2018 vier neue Festbestellungen für die P.180 Avanti Evo erhalten. © Piaggio Aeropsace

Vincenzo Nicastro ist seit Dezember vergangenen Jahres Sonderverwalter (Insolvenzverwalter) des italienischen Flugzeugherstellers Piaggio Aerospace. Das Unternehmen war im Herbst 2018 in eine finanzielle Schieflage geraten, nachdem der Erstkunde für die Hammerhead-Drohne nach nur einem ausgelieferten Exemplar die Bestellung von weiteren sieben weiteren P1HH annullierte. Als sich dann noch eine erwartete Bestellung der italienischen Regierung hinzog, stieg der Investor Mubadala aus Abu Dhabi im November aus.

Auch das zivile Geschäfts des Flugzeugbauers lief schleppender als geplant. Nach drei Auslieferungen 2017 sank die Zahl 2018 auf nur noch zwei bis Ende November. Erst 2017 war das italienische Traditionsunternehmen von seinem bisherigen Standort in Genua in ein komplett neu errichtetes Werk in Villanova d’Albenga umgezogen.

Starke Regierungsunterstützung

Nicastro will nun in einem ersten Schritt herausfinden, wie das Interesse des Marktes an der Firma oder an Teilen der Firma ist. „Ziel ist es,“ so Nicastro, „ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, welche Interessenten es gibt und welche Absichten sie verfolgen, um die Geschäfte von Piaggio Aerospace weiter zu aufrecht zu erhalten.“ 

Piaggio Aerospace hat zwei Geschäftsbereiche. Die Aircraft Business Unit kümmert sich um die Entwicklung, den Bau und die Instandhaltung von zivilen und militärischen Luftfahrzeugen, während die Engine Business Unit sich um die Entwicklung, den Bau und die Instandhaltung von Luftfahrt-Antrieben kümmert.

Die Vorgehensweise ist mit dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und dem Verteidigungsministerium abgestimmt. Bei einem Treffen mit den Ministern am 24. April in Rom hätten beide der jetzigen Vorgehensweise des Sonderverwalters zugestimmt, teilte Piaggio Aerospace mit.

Die italienische Regierung will den Hersteller auf jeden Fall retten und hat gesagt, dass sie es befürwortet, wenn Piaggio künftig seine Aktivitäten in der Triebwerksmaintenance an einem Standort bündeln würde. Zur Unterstützung des Reorganisationsplanes will die Regierung dem insolventen Hersteller auch einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag für die Triebwerkswartung mitgeben. Zusätzlich will sie 19 P.180 Avanti, die von verschiedenen staatlichen Institutionen geflogen werden, modernisieren lassen und zehn neue P.180 Avanti bestellen.

Der Restrukturierungsplan des Insolvensverwalters und der Regierung sieht außerdem vor, die Drohne P.1HH HammerHead durch die Zulassung zu bringen, danach zwei Systeme zu kaufen, um die internationalen Vermarktungschancen des Systems zu verbessern. Mittelfristig will Italien weitere Systeme beschaffen.

Interessenten bittet der Insolvensverwalter, nicht-bindende Vorschläge bis zum 15 Mai 18.00 Uhr Europäische Sommerzeit auf italienisch oder englisch an die Mail-Adresse piaggioaeroamministrazionestraordinaria2@pec.piaggioaero.it zu schicken.

Volker K. Thomalla

 

 

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