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Rolls-Royce schließt Übernahme von Siemens E-Antriebe ab

Rolls-Royce hat die Übernahme der Sparte Elektro- und Hybridantriebe von Siemens abgeschlossen. 180 Mitarbeiter haben den Arbeitgeber gewechselt, brauchen aber ihre Standorte nicht zu wechseln.

2.10.2019

Siemens hat seine Elektroantrieb in mehreren Flugzeugprojekten installiert. Nun wurde Siemens eAircraft in Rolls-Royce Electrical integriert. © V. K. Thomalla

Siemens eAircraft ist ein Pionier des Elektroflugs. Doch die Sparte war dem deutschen Industriegiganten am Ende zu klein. Siemens hat seinen Bereich eAircraft an Rolls-Royce abgegeben. Der Deal wurde im Juni auf der Paris Air Show angekündigt, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nun hat Rolls-Royce die Übernahme abgeschlossen und den Bereich in die Abteilung Rolls-Royce integriert.

Rob Watson, Director – Rolls-Royce Electrical, sagte: „Wir freuen uns sehr über die schnelle Umsetzung der für die Übernahme erforderlichen juristischen Schritte und Prozesse. Wir heißen unsere neuen Kolleginnen und Kollegen bei Rolls-Royce willkommen und freuen uns auf unsere Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Technologien und Lösungen. Wir stehen am Beginn der ,dritten Ära‘ der Luftfahrt mit einer neuen Klasse leiserer und saubererer Flugzeuge. Unsere neuen Kolleginnen und Kollegen werden unser Portfolio mit wichtigen Kenntnissen, ihrer Expertise und neuer Technologie ergänzen.“

Elektroflug ist strategisches Ziel

Bei Siemens eAircraft haben zuletzt 180 Mitarbeiter gearbeitet. Sie wurden übernommen und müssen nicht einmal ihre Standorte in Deutschland und in Ungarn aufgeben. Zum Teil kennen die ehemaligen Siemens-Mitarbeiter ihre Rolls-Royce-Kolleginnen und -Kollegen schon von der Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten wie dem E-Fan X von Airbus. Organisatorisch sind die neuen Rolls-Royce-Mitarbeiter künftig bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz angebunden.

Im Rahmen des ACCEL-Projektes wollen Rolls-Royce und YASA ein flugfähiges Exemplar ihres Elektroantriebes bauen und in einem Experimentalflugzeug fliegen. © V. K. Thomalla

Für Rolls-Royce ist das Thema elektrische und hybrid-elektrische Antriebe ein strategisches Zukunftsthema, dem der Konzern eine hohe Aufmerksamkeit widmet. Dabei stehen allerdings die kleinen Motoren, an denen Siemens eAircraft bislang gearbeitet hat, weniger im Vordergrund. Der Konzern teilte mit: „Im Konzern haben wir bereits erfolgreich Bodentests eines Hybrid-Antriebssystems durchgeführt, das sich für zahlreiche kleinere Transportplattformen eignet, darunter EVTOLs, Verkehrsflugzeuge und hybride Hubschrauber. Diese Tests im Rahmen eines der weltweit umfassendsten Entwicklungs- und Integrationsprogramme für hybride Gasturbinentriebwerke in der Luftfahrt ebnen den Weg für experimentelle Flüge im Jahr 2021. Zudem entwickeln wir im Rahmen der ACCEL-Initiative ein vollelektrisches Demonstrator-Flugzeug, das versuchen wird, den globalen Geschwindigkeitsrekord für vollelektrische Flüge zu brechen.“

Weltweit hat Rolls-Royce im vergangenen Jahr rund 1,4 Milliarden britische Pfund in Forschung und Entwicklung investiert. Der Jahresumsatz betrug 15 Milliarden Pfund.

Volker K. Thomalla

 

 

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