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10 Millionen Flugstunden für das BR710

Das Rolls-Royce BR710-Triebwerk hat die Zahl von zehn Millionen Flugbetriebsstunden erreicht. Über 3.200 Exemplare des Antriebs hat der Hersteller bislang im Werk Dahlewitz bei Berlin produziert. 

27.05.2017

Die Rolls-Royce BR710-Triebwerke haben über zehn Millionen Flugstunden erreicht. © Rolls-Royce

In den 22 Jahren seit dem ersten Flug eines BR710 von Rolls-Royce im Jahr 1995 hat das Triebwerksmuster die bemerkenswerte Flugstundenzahl von zehn Millionen erreicht. Das Muster war das erste einer ganzen Triebwerksfamilie, die aus dem BR710, dem BR715 und dem BR725 besteht. Das BR710 war die erste Wahl bei den ersten beiden Generationen von Ultralangstrecken-Business-Jets und half, dieses Segment der Business Aviation zu definieren. Flugzeuge, die von diesem Triebwerk angetrieben wurden, haben zahlreiche Weltrekorde aufgestellt. Zusammen mit der Tay- und der AE3007-Familie hat das Antriebsmuster Rolls-Royce ermöglicht, seine führende Stellung in der Geschäftsluftfahrt zu halten. Rolls-Royce hat – gemessen am Wert – einen Marktanteil von 43 Prozent an Business-Jet-Triebwerken.

Das BR710 ist ein kompakter Zweiwellen-Turbofan in der Schubklasse von 14.750 lb bis 15.500 lb (65,5 bis 68,4 kN). Der Fan hat einen Durchmesser von 1,22 Metern und besteht aus 24 Titanschaufeln. Einer einzigen Niederdruck-Verdichterstufe folgen zehn Hochdruck-Verdichterstufen. Die Ringbrennkammer ist für einen niedrigen Emissionsausstoß optimiert und verfügt über 20 Brennern. Die Turbine besteht schließlich aus zwei Hochdruck- und zwei Niederdruckstufen. Das Nebenstromverhältnis (Bypass Ratio) des BR710 liegt bei 4,2 zu 1, während das Gesamtdruckverhältnis bei 24 liegt. Eine Besonderheit des Antriebsmusters ist der aus Kohlefaserverbundwerkstoffen bestehende Nebenstromkanal.

Über 3.200 BR710 wurden bisher gebaut

Der Turbofan treibt die Flugzeugmuster Bombardier Global, Global 5000, Global 6000, Global XRS, Gulfstream GV und G550 an. Es war außerdem als Antrieb für den Seefernaufklärer BAE Systems Nimrod MRA4 vorgesehen. Dieses Programm wurde aber 2010 von der britischen Regierung gestrichen, nachdem es neun Jahre hinter dem Zeitplan und über 750 Millionen Pfund über dem geplanten Budget lag.

Zwei BR710 C4-11 treiben den Ultralangstreckenjet Gulfstream G550 an. © Gulfstream Aerospace

Von den über 3.200 hergestellten Exemplaren des Turbofans sind über 70 Prozent im Rahmen des Corporate-Care-Wartungsprogramm abgesichert. Stephen Friedrich, Vice President Sales and Marketing, Business Aviation, bei Rolls-Royce, sagte anlässlich des Flugstundenjubiläums: „Wir sind sehr stolz darauf, diesen Meilenstein erreicht zu haben. Die BR700-Familie war mit ihrer Kombination aus moderner Technologie und zuverlässiger Leistung, sehr erfolgreich für uns. Das BR710 hat uns die Marktführerschaft in diesem Segment ermöglicht.“

 

 

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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