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Airbus Defence and Space will sich von 2.362 Mitarbeitern trennen

Der starke Wettbewerb auf dem Raumfahrtmarkt und der Einbruch der Verkäufe der A400M führen zu einem Umstrukturierungsplan für den Geschäftsbereich Raumfahrt und Verteidigung des Airbus-Konzerns. In Deutschland sollen über 800 Stellen wegfallen.

20.02.2020

Airbus Defence and Space wird seine Belegschaft um 2.362 Mitarbeiter reduzieren. © Volker K. Thomalla

Der Geschäftsbereich Airbus Defence and Space ist schon seit Jahren das Sorgenkind des Konzerns. Tom Enders, der ehemalige Hauptgeschäftsführer (CEO) des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns, hatte Mitte 2010 diesen Geschäftsbereich übernommen und versucht, ihn auf Kurs mit den anderen Divisionen des Konzerns zu bringen. Doch selbst mehrere Führungswechsel reichten nicht aus.

A400M: 1,2 Mrd. Euro Belastung  2019

Der Bereich Defence and Space stürzte weiter in die roten Zahlen. Allein für das A400M-Programm hat Airbus nach der Neubewertung seiner Exportprognosen im vierten Quartal 2019 eine Belastung von 1,2 Milliarden Euro verzeichnet. 2018 betrug die zusätzliche Nettobelastung allein für das A400M-Programm -436 Millionen Euro. Die Folge dieser außerordentlichen Belastung ist die nun erfolgte Ankündigung der Reduzierung von Personal bis 2021.

Der den Personalvertretern am 19. Februar 2020 vorgestellte Plan sieht einen Abbau von 2.362 Arbeitsplätzen bis 2021 vor, davon 829 in Deutschland, 357 in Großbritannien, 630 in Spanien, 404 in Frankreich und 142 in anderen Ländern. „Diese Maßnahmen werden durch ein verbessertes Rentabilitätsprogramm sowie durch Maßnahmen zur Steigerung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und zur Sicherung der Zukunft des Geschäftsbereichs unterstützt,“ teilte Airbus mit.

Vor seiner Pensionierung stellte Tom Enders die Verträge von Airbus mit den Kunden-Nationen des A400M-Programms auf den Prüfstand. Es war ein harter Kampf, aber Enders hat für den Konzern gute Arbeit geleistet. Er drohte mit der Produktionseinstellung des viermotorigen europäischen Transporters A400M, und diese Drohung wirkte. Aber die A400M ist nicht die A380 und schließlich wurde eine Einigung erzielt, ein neuer Zeitplan aufgestellt und die Exportbemühungen wurden zu einer Priorität gemacht.

A400M-Programm mit neuer Vertragsbasis

Nach der Auslieferung von 19 Exemplaren im Jahr 2017 und 17 im Jahr 2018 lieferte Airbus im 2019 nur noch 14 A400M aus. Der Hersteller hat sich darauf konzentriert, die volle Einsatzfähigkeit des Flugzeugs zu erreichen. Dabei hat Airbus Fortschritte gemacht, und mehrere wichtige Meilensteine erreicht, zum Beispiel das gleichzeitige Absetzen von Fallschirmjägern sowie die ersten Trockenkontakte bei der Luft-Luft-Betankung von Hubschraubern.

„2020 setzen wir die Entwicklungsaktivitäten fort, um den überarbeiteten Fahrplan für die Fähigkeiten abzuarbeiten. Die Nachrüstungsaktivitäten schreiten gemäß dem mit den Kunden vereinbarten Zeitplan voran. Während das A400M-Programm überarbeitet wurde und die Entwicklung der technischen Fähigkeiten in gutem Tempo voranschreitet, erweisen sich die Exportambitionen in der ersten Vertragsphase als immer schwieriger zu erreichen, insbesondere aufgrund der wiederholten Verlängerung des deutschen Exportverbots nach Saudi-Arabien.“

Deutschland ist auch das Land, das am stärksten von den angekündigten Stellenstreichungen betroffen ist. In Deutschland ist der Geschäftsbereich Defence and Space mehr mit Raumfahrtaktivitäten vertreten, die A400M-Endmontage ist  in Spanien angesiedelt.

Gil Roy

 

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Über Gil Roy

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Gil Roy hat Aerobuzz.fr 2009 gegründet. Er arbeitet seit 1981 hauptberuflich als Journalist. Sein Fachwissen in den Bereichen Allgemeine Luftfahrt, Luftverkehr und Nachhaltigkeit der Mobilität lassen ihn häufig als Autor in verschiedenen Fachpublikationen, aber auch in allgemeinen Medien (Air & Kosmos, l'Express, Aviasport...) erscheinen. Er ist Chefredakteur von Aerobuzz und Autor von sieben Büchern. Gil Roy hat den Literaturpreis des Aéro-Club de France erhalten und ist Träger der Médaille de l'Aéronautique.

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