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Airbus führt abwerfbare Flugdatenschreiber ein

Airbus wird künftig abwerfbare Flugschreiber in seine Flugzeuge integrieren. Damit hofft der Hersteller, dass es bei einem Unfall einfacher wird, eine Unglücksstelle zu orten. Partner rin diesem Programm sind L3 Technologies und DRS Leonardo.

21.06.2017

Martin Munro, Charles Champion und Kris Ganzes haben den neuen abwerfbaren Datenrekorder in Paris vorgestellt. © P. Masclet/Airbus

Airbus führt bei seinen Flugzeugen nach und nach neue Flugdatenschreiber ein, gab Airbus-Entwicklungsvorstand Charles Champion heute auf der Pariser Luftfahrtmesse an. Die Geräte stammen von L3 Technologies und DRS Leonardo aus den USA. Es wird zwei unterschiedliche Gerätetypen geben: Einmal einen fest eingebauten, gegen Unfälle geschützten Cockpit Voice and Data Recorder (CVDR), der in der Lage ist, bi sau 25 Stunden lang Geräusche und Daten aufzuzeichnen sowie einen Automatic Deployable Flight Recorder (ADFR), der im Falle eines Unglücks einfach ausgestoßen wird.

Die A320 erhält zwei CVDR

Abgesehen davon, dass die Unfallforschung von diesen neuen, leistungsfähigeren Datenrekordern enorm profitieren wird, sind diese Geräte auch leichter, kompakter und verfügen über Funktionalitäten, die vorher nicht verfügbar waren. Dazu gehört unter anderem die Datenfernübertragung per Satellit. Der neue CVDR erfüllt die EASA- und die ICAO-Anforderungen nach einer erweiterten Aufzeichnungslänge von bis zu 25 Stunden – im Vergleich dazu müssen heutige Stimmrekorder nur maximal zwei Stunden aufzeichnen.

Die neuen Datenaufzeichnungsgeräte kommen in zwei Versionen. © P. Masclet/Airbus

Derzeit ist vorgesehen, jeweils zwei dieser neuen Stimmrekorder in die Flugzeugmuster der A320-Familie einzubauen.

Das zweite Gerät, das heute präsentiert wurde, der ADFR, ist für den Einsatz in Langstreckenflugzeugen vorgesehen, die ja quasi täglich große Distanzen über Wasser oder andere unbewohnte Gelände zurücklegen. Er wird im Heck des Flugzeugs eingebaut. Im Falle einer bedeutenden strukturellen Verformung der Umgebung des ADFR oder des Eintauchens des Geräts unter Wasser, trennt sich der ADFR automatisch vom Flugzeug und löst einen Alarm aus. Der ADFR kommt ab 2019 bei Airbus zum Einsatz, zunächst nur auf dem neuen Großraumflugzeug A350 XWB. Danach soll das Gerät nach und nach bei allen Airbus-Muster integriert werden. Unfälle, bei denen das Flugzeug tage- oder gar jahrelang verschwunden bleiben, sollen mit dieser Technologie verhindert werden.

Volker K. Thomalla

 

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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