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Boeing beteiligt sich mit 80 Prozent an Embraer

Boeing und Embraer haben ein Memorandum of Understanding (MoU) über eine strategische Partnerschaft unterzeichnet. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird sich Boeing mit 80 Prozent an Embraers Zivilluftfahrtgeschäft beteiligen.

5.07.2018

Boeing und Embraer haben eine Übereinkunft über eine weitgehende strategische Partnerschaft erzielt. © Embraer

Nachdem Bombardier die Mehrheit an der C Series an Airbus abgegeben hat, arbeiten Embraer und Boeing an einer Allianz. Vertreter der beiden Unternehmen haben heute ein Memorandum of Understanding (MoU) unterschrieben, das die Gründung eines gemeinsamen Joint-Ventures vorsieht, bei dem Boeing 80 Prozent der Anteile und Embraer 20 Prozent hält. Embraer bringt in dieses Gemeinschaftsunternehmen sein Zivilluftfahrtgeschäft inklusive der Kundendienstorganisation mit ein. Nicht enthalten sind die Geschäftsbereiche Verteidigung sowie Executive Jets. Das MoU ist, betonen beide Firmen, derzeit noch eine nicht-bindende Vereinbarung.

Die wichtigste strategische Partnerschaft

„Die Übereinkunft mit Boeing wird die wichtigste strategische Partnerschaft der Luft- und Raumfahrtindustrie schaffen“, gab sich Paulo Cesar de Souza e Silva, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Embraer überzeugt. „Wir erwarten, dass die  Geschäftsverbindung mit Boeing einen tollen Aufschwung für die brasilianische Luft- und Raumfahrtindustrie bringt, indem sie höhere Verkaufspotenziale, mehr Beschäftigung, höhere Einkommen und Investitionen bringt. Dadurch schafft sie einen Mehrwert für unsere Kunden, Anteilseigner und Mitarbeiter.“ 

Die Partner haben den Wert des Zivilluftfahrtgeschäfts von Embraer auf rund 4,75 Milliarden US-Dollar (4,07 Milliarden Euro) geschätzt. Der 80-prozentige Anteil von Boeing beläuft sich dementsprechend auf rund 3,8 Milliarden US-Dollar.

Boeing und Embraer sind übereingekommen, dass das Gemeinschaftsunternehmen von einem brasilianischen Managementteam geleitet werden soll, inklusive der Besetzung der Posten des Präsidenten und des Hauptgeschäftsführers mit Brasilianern. Das Joint-Venture und Boeing können so ein breites Portfolio von Passagierflugzeugen von 70 bis 450 Sitzen sowie Frachtflugzeugen anbieten.

Weiteres Joint-Venture für die KC-390

Das MoU sieht auch vor, für den Militärtransporter KC-390, den Embraer derzeit entwickelt, ein zweites Joint-Venture zu bilden. Details über dieses angestrebte Gemeinschaftsunternehmen wurden nicht veröffentlicht.

Boeing und Embraer wollen ein eigenes Joint-Venture für die Vermarktung und die Produktion der KC-390 gründen. © Embraer

Die Gründung der Gemeinschaftsunternehmen ist abhängig von der Zustimmung verschiedener Gremien, unter anderem der brasilianischen Regierung. Sollten alle Genehmigungen pünktlich erreicht werden, könnte das Joint-Venture Ende 2019 an den Start gehen. „Indem wir diese strategische Partnerschaft schmieden, sind wir hervorragend aufgestellt, um einen signifikanten Mehrwert für die Kunden unserer beiden Firmen, unsere Mitarbeiter und Anteilseigner zu generieren – und für Brasilien und die USA“, sagte Denis Muilenberg, Chairman, Präsident und Hauptgeschäftsführer von Boeing.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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