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Boeing fertigt jetzt auch Teile in eigenem Werk in Europa

Der US-Aerospace-Konzern Boeing hat seinen industriellen Fußabdruck in Europa weiter vergrößert. Gestern hat er offiziell in Sheffield sein Werk für die Fertigung von Komponenten für die Boeing 767 und die Boeing 737 MAX eröffnet.

26.10.2018

Boeing stellt in dem im Oktober 2018 eröffneten Werk in Sheffield in Großbritannien Komponenten für die Boeing 767 (Foto) und die 737 MAX her. © Boeing

Boeing internationalisiert seine Teile- und Komponentenfertigung weiter. Gestern hat der Aerospace-Konzern im mittenglischen Sheffield ein neues Werk offiziell eingeweiht. Bei der Fabrik in der 600.00 Einwohner umfassenden Stadt in der Grafschaft Yorkshire handelt es sich um das erste Boeing-Werk in Europa. Boeing hat rund 45 Millionen US-Dollar (39,6 Millionen Euro) in das Werk investiert.

Partnerschaft mit der Universität

Der Hersteller pflegt seit 2001 eine Partnerschaft mit der Universität von Sheffield und hatte im Februar 2017 angekündigt, dort eine Produktionsstätte zu errichten. In der neuen, 6200 Quadratmeter großen Fabrik stellt Boeing Teile und Komponenten für das Klappensstell-System an den Tragflächen der Boeing 737 MAX und der Boeing 767 her. Dazu nutzt das Werk Rohmaterialien aus Großbritannien. Wenn die Fabrikation auf vollen Touren läuft, soll das Werk nach Boeing-Angaben jeden Monat Tausende von Teilen fertigen, die von Sheffield aus nach Portland im US-Bundesstaat Oregon verschifft werden, wo sie im dortigen Boeing-Werk in den Tragflächen der beiden Flugzeugmuster installiert werden.

In das neue Werk in Sheffield hat Boeing rund 45 Millionen US-Dollar investiert. © Sheffield University

Derzeit arbeiten 52 Mitarbeiter in dem neuen Werk. Neben Technikern und Ingenieuren bildet Boeing dort auch 20 neue Mitarbeiter aus.

Bei der Konzeption des neuen Werkes hat Boeing Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit der lokalen Universität einfließen lassen. Boeing und die Sheffield University arbeiten seit fast zwei Jahrzehnten bei einem Forschungszentrum namens Advanced Manufacturing Research Centre (AMRC), das an künftigen Produktionsmethoden forscht. Die „Factory 2050“ des AMRC steht direkt neben dem neuen Boeing-Werk und erlaubt auch künftig den Austausch von Erkenntnissen. Deswegen haben beide Partner nun eine neue Forschungsinitiative initiiert, deren Ergebnisse in die Fertigung der Komponenten im neuen Boeing-Werk einfließen sollen.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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