Homepage » Industrie » Boeing spürt Zulieferprobleme bei der Boeing 737

Boeing spürt Zulieferprobleme bei der Boeing 737

Die hohe Nachfrage nach der jüngsten Generation von Single-Aisle-Jets hat bei Boeing und Airbus zu einem Auslieferungsstau geführt. Der geplante Produktionshochlauf stellt einige Zulieferer vor enorme Schwierigkeiten, die sich in der wachsenden Zahl von unfertigen Flugzeugen auf den Vorfeldern der Hersteller widerspiegeln.

7.09.2018

Im Werk Renton baut Boeing alle Standardrumpf-Flugzeuge vom Typ Boeing 737. © Boeing

Nicht nur ein leeres, auch ein volles Auftragsbuch kann zu einem Problem werden, nämlich dann, wenn Hersteller und Zulieferer nicht in der Lage sind, den geplanten Produktionsausstoß zu bewältigen. Ein solches Problem plagt derzeit sowohl Airbus als auch Boeing. Aufgrund der Schwierigkeiten der Triebwerkshersteller, schnell genug eine ausreichende Anzahl von Triebwerken zu liefern, gibt es einen Auslieferungsstau bei den Standardrumpf-Flugzeugen.

Nach einem Bericht der Seattle Times standen Anfang des Monats auf dem (ohnehin knapp bemessenen) Vorfeld und den Taxiways des Boeing-Werkes in Renton im US-Bundesstaat Washington über 50 Boeing 737 und warteten auf Komponenten, damit sie fertig montiert werden können. Eine Unterbrechung der Fertigung kommt für den Hersteller derzeit nicht in Frage.

Leihtriebwerke für einen Ultrakurzflug

Einige 737 sollen auf dem wenige Flugminuten entfernten Boeing Field abgestellt sein. Zum Teil seien sie mit „Leihtriebwerken“ zum Boeing Field geflogen worden, um dort auf ihre endgültigen Triebwerke und die Übergabe an den Kunden zu warten.

Neben dem Triebwerkshersteller CFM International, der das LEAP-1B-Triebwerk für die Boeing 737 MAX und das CFM56 für die Boeing 737NG herstellt, scheint es noch bei weiteren Zulieferern Probleme mit dem Produktionshochlauf zu geben, denn bei einigen der in Renton abgestellten 737 fehlen Verkleidungen, die normalerweise nach dem Verlassen der Endmontagelinie am Flugzeug nicht fehlen.

Ein Teil der Probleme ist allerdings auch hausgemacht, denn bei Boeing fehlen derzeit qualifizierte Mitarbeiter für die 737-Fertigung in Renton. Der Hersteller hat deshalb temporär  Mitarbeiter aus anderen Werken abgezogen, um die Mannschaft in Renton zu verstärken.

Das hoch gesteckte Produktionsziel – sowohl bei Airbus als auch bei Boeing – von rund 800 Flugzeugen in diesem Jahr, wird angesichts der vielen geparkten Flugzeuge in Renton und bei Airbus in Hamburg und Toulouse schwer zu erreichen sein, wenn die Probleme bei den Zulieferern nicht kurzfristig gelöst werden können. Danach sieht es momentan allerdings nicht aus.

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Auch interessant:

Jet Airways hat ihre erste 737 MAX übernommen

Boeing lieferte 2017 eine Rekordzahl an Flugzeugen aus

Safran eröffnet Komponentenwerk für LEAP in Polen

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.