Homepage » Industrie » Delta TechOps eröffnet den größten Prüfstand der Welt

Delta TechOps eröffnet den größten Prüfstand der Welt

Delta TechOps, die MRO-Tochter der Delta Air Lines, hat heute in Atlanta den nach eigenen Angaben größten Triebwerksprüfstand der Welt eröffnet. Die Airline sieht einen wachsenden Bedarf für Wartungs- und Überholungsdienstleistungen und wird diesen Geschäftsbereich in den nächsten Jahren deutlich ausbauen.

22.02.2019

Der neue Triebwerksprüfstand von Delta TechOps kann Triebwerke bis zu einem Schob von 150.000 lbs testen. © Delta TechOps

Triebwerkswartung und -überholung ist ein wachsendes Geschäft, obwohl die Triebwerke von Generation zu Generation immer zuverlässiger werden und länger als je zuvor am Flugzeug bleiben, bevor sie zu einer Instandhaltung müssen. Delta Air Lines investiert in diesen Bereich, weil sie dort ein einträgliches Geschäft erwartet, denn sie will ihre Dienstleistungen nicht nur firmenintern anbieten, sondern auch an andere Fluggesellschaften.

Delta TechOps-Prüfstand

Erst vor kurzem hat Delta TechOps, die Technik-Tochter der Delta Air Lines, am Flughafen Atlanta eine neue, 11.800 Quadratmeter große Triebwerkswerkstatt eingeweiht. Gestern hat das TechOps-Management den dazugehörigen Triebwerksprüfstand offiziell eröffnet. Bei dem Prüfstand soll es sich nach Angaben des Unternehmens um den größten Triebwerksprüfstand der Welt handeln, der in der Lage ist, Antriebe bis zu einem Schub von 150.000 lbs zu testen. Der bisher größte Teststand des MRO-Unternehmens konnte lediglich Triebwerke bis zu einem Schub von 68.000 lbs aufnehmen.

Die ersten Triebwerkstypen, die in dem neuen Gebäude getestet werden, sind Trent-Triebwerke von Rolls-Royce. Delta TechOps hatte schon 2015 mit dem Hersteller einen Vertrag geschlossen, nach dem das MRO-Unternehmen ein autorisiertes Maintenance Center für Rolls-Royce-Triebwerke wird. Später sollen auch die Getriebefans der Typen PW1100G und PW1500G von Pratt & Whitney hier laufen. Voraussichtlich erst Ende dieses Jahres wird der neue Prüfstand in den Routine-Testbetrieb gehen. Zuvor müssen bei Probeläufen alle Sensoren und Testinstrumente kalibriert werden. Als erstes Triebwerksmuster wird das Trent 1000  auf den Teststand kommen. Dazu muss aber noch ein elektrisches Startsystem installiert werden.

Lange Jahre haben US-Airlines den MRO-Bereich eher stiefmütterlich behandelt, denn der neue Prüfstand ist nach Angaben von Don Mitacek, dem Senior Vice President von Delta TechOps, der erste neue Triebwerksprüfstand einer US-Fluggesellschaft seit 20 Jahren. „Dieser neue Prüfstand ist nicht nur großartig für die Zukunft von Delta, sondern auch für alle unsere zukünftigen Techniker und Ingenieure“, sagte Mitacek in Atlanta.

Das Investment hat sich offensichtlich bereits jetzt für Delta TechOps gelohnt, denn dem Unternehmen liegen bereits Wartungs- und Überholungsaufträge für 7.000 Triebwerke in den nächsten 30 Jahren vor. Delta Air Lines sieht das MRO-Geschäft als strategischen Geschäftszweig an und will die Umsätze mit Delta TechOps in den nächsten fünf Jahren auf über eine Milliarde US-Dollar (880 Millionen Euro) jährlich steigern.

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Auch interessant:

N3 hat das 1.000. Trent-Triebwerk überholt

Lufthansa Technik reinigt Wärmetauscher automatisch

Niederlande testen F-35-Triebwerke

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.