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Der MRJ ist tot, es lebe der Mitsubishi SpaceJet!

Die Mitsubishi Aircraft Corporation hat wenige Tage vor der Paris Air Show einen neuen Markennamen für ihre Regionaljet-Familie verkündet. Statt MRJ70 und MRJ90 vermarktet der Hersteller die Flugzeuge künftig als SpaceJet M90 und SpaceJet M100. 

14.06.2019

Die Mitsubishi Aircraft Corporation hat ihre MRJ-Familie in SpaceJet umgetauft. © Mitsubishi Aircraft

Das Regionaljet-Programm Mitsubishi Regional Jet (MRJ) des japanischen Herstellers Mitsubishi Aircraft Corporation wurde bereits 2008 auf den Weg gebracht. Bis heute wird es von Verspätungen geplagt, die eine Zulassung bislang unmöglich gemacht haben. Doch damit soll es in Kürze vorbei sein. Mitsubishi rechnet mit der Zertifizierung des SpaceJet M90 (dem früheren MRJ90) in naher Zukunft und mit der Auslieferung an den Erstkunden All Nippon Airways (ANA) im nächsten Jahr.

Der Mitsubishi MRJ in Farben des Erstkunden ANA war auf der Farnborough Airshow 2018 zu Gast. © Volker K. Thomalla

Mitsubishi verhandelt derzeit mit Bombardier über den Kauf der CRJ-Serie und hat gestern einen neuen Markennamen für seine MRJ-Regionaljet-Familie angekündigt. Aus dem MRJ90 wird der SpaceJet M90, das Projekt eines kleineren Familienmitglieds MRJ70 wird nicht weiter verfolgt. Dafür legt der Hersteller einen größeren Regionaljet auf, den SpaceJet M100. Ein Kabinenmodell des M100 wird Mitsubishi auf der Paris Air Show in der nächsten Woche präsentieren. Das angekündigte Flugzeug soll allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr offiziell gelauncht werden. Mit dem neuen Namen verfolgt Mitsubishi auch sicher das Ziel, das Verspätungs-Debakel bei den Kunden gedanklich von seinem Produkt zu entfernen. Den Namen SpaceJet hat Mitsubishi gewählt, da die Regionalflugzeug-Familie „die geräumigste Kabine in ihrer Klasse biete“.

Getriebfans sorgen für niedrigen Verbrauch

Die beiden Jets werden von je zwei PW1200G-Getriebefans angetrieben. Das Nebenstromverhältnis des von Pratt & Whitney produzierten Antriebs beträgt 8,4:1. Zusammen mit aerodynamische Optimierungen sollen zweistellige Leistung- und Verbrauchsverbesserungen erzielt werden, so Mitsubishi.

„Die Mitsubishi SpaceJet-Familie repräsentiert unseren Plan, den regionalen Luftverkehr neu zu definieren. Dies ist ein Segment der kommerziellen Luftfahrt, in dem wir große Chancen sehen“, sagte Hisakazu Mizutani, der Präsident der Mitsubishi Aircraft Corporation.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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