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Die Dornier 328 erlebt eine Renaissance als D328NEU

Im Freistaat Sachsen soll das Turboprop-Flugzeug Dornier 328 wieder gebaut werden. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde heute am Flughafen  Leipzig/Halle unterschrieben. Schon 2023 soll die Produktion der D328NEU dort beginnen.

21.08.2019

Unter dem Namen D328NEU soll die Dornier 328 am Flughafen Leipzig/Halle wieder gebaut werden. © Volker K. Thomalla

Heute haben die Sierra Nevada Corporation und deren deutsche Tochtergesellschaft 328 Support Services GmbH (328SSG) offiziell bekanntgegeben, was bereits seit Tagen kein Geheimnis mehr war: Das Turboprop-Regionalflugzeug Dornier 328 soll wieder gebaut werden. Für den Bau und die Produktion haben 328SSG und die Sierra Nevada Corporation eine neue Firma gegründet, die DRA GmbH. Eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben heute im Rahmen der 1. Nationalen Luftfahrtkonferenz am Flughafen Leipzig/Halle Jon Burgoyne, Executive Vice President der Sierra Nevada Corporation Inc., Dave Jackson, Geschäftsführer der DRA GmbH, Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Vize-Ministerpräsident des Freistaates Sachsen und Götz Ahmelmann, der Vorstandsvorsitzende der Mitteldeutschen Flughafen AG.

Die 328SSG hält alle Rechte an dem Flugzeug, das allerdings seine Renaissance in einer leicht veränderten Form erleben soll und deshalb auch mit einer neuen Bezeichnung antritt. D328NEU ist der neue Name des zweimotorigen Flugzeugs, das am Flughafen Leipzig/Halle endmontiert werden soll.

Das neue Unternehmen wird in den nächsten Jahren rund 80 Millionen Euro am Standort Leipzig/Halle in die Endmontagelinie investieren. Der Freistaat Sachsen wird 6,5 Millionen Euro investieren. Mittelfristig sollen 250 Arbeitsplätze entstehen. Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig sagte in Leipzig: „Der Freistaat Sachsen hat seit der Wiedervereinigung rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle investiert und damit ideale Voraussetzungen für weitere Ansiedlungen geschaffen. Der Investor kann in Sachsen auf eine hohe Luft- und Raumfahrtexpertise zurückgreifen und findet hier eine hervorragende Forschungslandschaft vor. Heute ist ein ganz besonderer Tag für die sächsische und die deutsche Luftfahrt insgesamt. Die Ansiedlung der Flugzeugfertigung für die D328NEU in Leipzig/Halle wird die Luftfahrtbranche in Deutschland insgesamt stärken.“

Länger, neue Motoren und neue Avionik

Die D328NEU wird verlängert und soll künftig bis zu 39 Passagiere (statt bisher 32 Passagiere) transportieren können. Neue Triebwerke und neue Propeller sollen das Flugzeug effizienter und leiser machen, neue Avionik soll auch das Cockpit auf den neuesten Stand der Technik bringen. Der Hersteller sieht die D328NEU jedoch nicht nur als Regionalverkehrsflugzeug, sondern als Mehrzweckflugzeug, dass – genau wie sein Vorgänger – auch als Überwachungs-, Ambulanz- und Geschäftsreiseflugzeug verwendbar sein soll. Auch eine militärische Nutzung sieht der Hersteller für die D328NEU – immerhin ist das Special Operations Command der US Air Force bereist heute der größte Nutzer für die Dornier 328.

Dave Jackson sieht einen Markt von bis zu 4.000 Flugzeugen in der Kategorie der 30- bis 40-Sitzer, also in der Größenordnung der D328NEU in den nächsten 20 Jahren. Die DRA GmbH drückt bei dem Projekt aufs Tempo: Der Prototyp der D328NEU wird in Oberpfaffenhofen gebaut, die Produktion in Leipzig/Halle soll 2023 beginnen.

Die DRA GmbH kann sich vorstellen, künftig auch einen hybrid-elektrischen Antrieb in das neue Flugzeug zu installieren, aber die Jet-Version soll auf keinen Fall mehr aufgelegt werden.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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