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Die NASA hat eine Fokker F28 abstürzen lassen

Die NASA hat einen Abwurftest mit einer ausgemusterten Fokker F28 durchgeführt, in der 24 Crash Test Dummies als Passagiere saßen. Die Organisation erhofft sich von dem Test Erkenntnisse für die Verbesserung der Sicherheit von Passagieren.

24.06.2019

Die NASA hat einen Aufschlagtest mit einer ausgemusterten Fokker F28 gemacht, in der Dummies als Passagiere saßen. © NASA

Forscher der NASA haben im Langley Research Center in Hampton im US-Bundesstaat Virginia am 20. Juni einen spektakulären Abwurftest mit einer Fokker F28 Friendship durchgeführt. Dazu verwendeten die Landing and Impact Research Facility (LandIR), die in den sechziger Jahren für Test von Mondlande-Modulen gebaut worden war.

Ein Testgestell aus den sechziger Jahren

Die Fokker F28 war das größte Luftfahrzeug, was bisher in der LandIR-Stahlkonstruktion abgeworfen wurde. An Bord der ausgemusterten Fokker – die die Techniker mit dem fiktiven, aber passenden Kennzeichen C-RASH versehen hatten – befanden sich 24 Crash Test Dummies, die mit verschiedenen Sensoren ausgerüstet waren. Die NASA-Unfallforscher hoffen, dass sie mit Hilfe dieses Crahstests neue Erkenntnisse zur Sicherheit von Passagieren gewinnen können. Bei dem Test hat die NASA mit verschiedenen anderen Institutionen zusammengearbeitet, darunter die Transportsicherheits-Behörde NTSB (National Transportation Safety Board), das Civil Aeromedical Institute der Luftfahrtbehörde FAA sowie das Test and Evaluation Command der US Army.

Die Fokker F28 wurde aus 45 Metern Höhe abgeworfen. © NASA/David Meade

Im Inneren des Flugzeugs hatten NASA-Techniker Hochgeschwindigkeitskameras installiert, die den Crash in der Kabine dokumentierten. Die fast 15 Tonnen schwere Fokker F28 wurde auf eine Höhe von 45 Metern gehoben und dann fallen gelassen. Das Flugzeug segelte kurzzeitig und schlug dann in flachem Winkel auf dem Sandboden auf. Dabei brachen bei  Tragflächen ab.

Joseph Pellettiere, der Leiter der Abteilung Crash Dynamics bei der FAA, sagte: „Das war ein schwerer Absturz. Schwer, aber er war überlebbar.“  Die Erkenntnisse des Crashtests fließen in die neuen Bauvorschriften der FAA für Verkehrsflugzeuge ein. „Bisher hat die NASA Langley Daten allein aus vertikalen Abwürfen von Rumpfsektionen gewonnen. Diese Daten werden nun mit den Daten aus diesem dynamischen Abwurftest kombiniert und werden eine Rolle bei den neuen FAA-Richtlinien für die Flugsicherheit spielen“, sagte Martin Annett, der Leiter der Strukturdynamik der NASA in Langley.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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