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DLR testet Sensoren zur Kollisionsvermeidung für Drohnen

Um unbemannte Luftfahrzeugsysteme im Luftraum mit bemannten Flugzeugen überhaupt sicher fliegen zu lassen, muss gewährleistet sein, dass sich die unterschiedlichen Luftfahrzeuge erkennen und nicht miteinander kollidieren. Das DLR hat nun in einer mehrwöchigen Kampagne eine Kombination von verschiedenen Sensoren getestet, die das Potenzial haben,  den Drohnenbetrieb in Deutschland zu ermöglichen.

2.10.2019

Die Dornier 228 des DLR hat ein Sensorpaket von Hensoldt und Diehl zur Kollisionsvermeidung im Flug erprobt. © DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit seinen Versuchsflugzeugen Dornier 228 und Dassault Falcon 20E Flugversuche mit einem Sensorpaket der Firmen Diehl und Hensoldt unternommen, mit dem künftig Kollisionen zwischen Luftfahrzeugen vermieden werden können.

Mischverkehr mit Drohnen

Die Versuche wurde vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) beauftragt und fanden im Rahmen des „Projektes Sense and Avoid – national“ (ProSA-n) statt. PoSA-n soll Technologien hervorbringen, die einen sicheren Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen im deutschen Luftraum ermöglichen.

Die Falcon 20E des DLR versuchte, die Sensoren der Do 228 auszutricksen. © DLR

Für die Testflüge wurde die Do 228 mit einer „Dual-Mode Sensorsuite“ ausgerüstet, die sowohl Radar als auch elektro-optische Sensoren nutzt. Diehl lieferte das elektro-optische Modul mit seinen hochauflösenden Kameras, die sowohl nach vorne als auch zu den Seiten des Flugzeugs beobachten und sich annähernde Luftfahrzeuge detektieren.

AESA-Radar verhindert Kollisionen

Hensoldt steuerte sein „Detect-and-Avoid-Radar“ bei, das mit elektronischer Strahlschwenkung (Active Electronically Scanning Array/AESA) arbeitet. Die hohe Erfassungsgeschwindigkeit des Systems sowie die Rechnerleistung ermöglicht eine sehr genaue Berechnung der Flugwege der delektierten Objekte. Außerdem übernahm das Hensoldt-Radar auch die Aufgaben eines Wetterradars. Nach Ansicht des DLR ist die Kombination dieser beiden Technologien für unbemannte Luftfahrzeuge unterschiedlicher Größenklassen geeignet.

Die Testflugkampagne dauerte drei Wochen und fand vom Forschungsflughafen Braunschweig aus statt. Insgesamt waren die Flugzeug für diese Kampagne 30 Stunden in der Luft. Die Falcon 20E flog die Dornier 228 aus verschiedenen Richtungen mit verschiedenen Winkeln und unterschiedlichen Geschwindigkeiten an. Selbst auf große Entfernung waren die Sensoren der zweimotorigen Turboprop in der Lage, die Falcon 20E zuverlässig zu erkennen, zu verfolgen und vor einer möglichen Kollision zu warnen. Das DLR kommt bei seinen Versuchen zu dem Ergebnis, dass moderne Sensoren die Augen der Piloten ersetzen können.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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