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easyJet bekräftigt Engagement für Elektroflug

Der britische Low Cost Carrier easyJet arbeitet mit dem Start-up-Unternehmen Wright Electric zusammen, um ein elektrisch angetriebenes Kurzstrecken-Verkehrsflugzeug zu entwickeln. Wright Electric hat jetzt ein Patent für ein Antriebskonzept angemeldet.

31.10.2018

Wright Electric hat ein Patent für einen neuen Elektromotor angemeldet, der ein Kurzstrecken-Verkehrsflugzeug antreiben soll. © Wright Electric

Die britische Billigfluggesellschaft easyJet will auch langfristig ihre Umweltbilanz weiter verbessern und arbeitet deshalb mit der 2016 gegründeten Start-up-Firma Wright Electric aus Los Angeles bei der Definition und Entwicklung eines elektrisch betriebenen Verkehrsflugzeugs für kurze Strecken zusammen. Am Montag informierte easyJet-Hauptgeschäftsführer (CEO) Johan Lundgren auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol die Öffentlichkeit über den Stand des Projektes. Seit 2017 kooperieren die beiden Firmen bei dem Projekt. Allerdings sehen sie sich außerstande, derzeit einen belastbaren Programm-Fahrplan zu benennen.

easyJet will Wright Electric bei der Entwicklung eines Elektro-Verkehrsflugzeugs unterstützen. © easyJet

Die Firmen verfolgen den Plan, sich dem Elektroflug im gewerblichen Luftverkehr in Phasen anzunähern. Wright Electric möchte ein komplett elektrisch fliegendes Flugzeug auf den Markt bringen. Sollte die Technologie nicht so schnell fortschreiten, wie man es sich vorstellt, dann könne auch ein Hybridantrieb zum Einsatz kommen, sagte Jeffery Engler, der CEO von Wright Electric. Dafür müsse lediglich ein Batteriesatz gegen einen Verbrennungsmotor ausgetauscht werden.

Neue Kooperation mit Axter Aerospace

Wright arbeitet seit kurzem mit der spanischen Firma Axter Aerospace zusammen, die eine zweisitzige Tecnam P92 mit einem Hybridantrieb ausgerüstet und geflogen hat. Als Antrieb des Versuchsflugzeugs dient die Antriebseinheit AX-40S, die aus einem Verbrennungsmotor und einem Elektromotor besteht. Der Elektromotor bringt allerdings lediglich eine Leistung von 30 kW (40 PS).

Wright Electric und Partner haben schon mit den Arbeiten an einem Antrieb für ein neunsitziges Flugzeug begonnen. Das Flugzeug soll bereits 2019 abheben. Der Antrieb soll nach Angaben von easyJet viermal soviel Leistung liefern wie der Antrieb in der Tecnam. Parallel zu diesen Arbeiten entwirft der Flugzeugkonstrukteur Darold Cummings ein Elektro-Verkehrsflugzeug für easyJet. Wright Electric hat ein Patent für den Motor für dieses Flugzeug angemeldet. Es soll in der Lage sein, die Strecke Amsterdam – London zu befliegen. Diese Strecke ist die zweistärkste Strecke in Europa mit einem besonders hohen Anteil von Reisenden, die nur einen Tag am Zielort verbringen. Diese Strecke ist nach Angaben von easyJet ideal dafür geeignet, mit Elektroflugzeugen bedient zu werden.

Elektroflug ist eine Realität

Für Lundgren ist Elektroflug im Luftverkehr keine unerreichbare Vision. Er sagte in Amsterdam: „Die technologischen Fortschritte im Elektroflug sind wirklich aufregend. Der Fortschritt ist in diesem Segment wirklich schnell. Von dem Doppelsitzer, der bereits fliegt, über den Neunsitzer, der im nächsten Jahr abheben wird: Elektroflug ist eine Realität und wir können schon heute sehen, dass die Zukunft eben nicht komplett vom Jet Fuel abhängig ist. Die angestrebte Reichweite eines Elektroflugzeugs liegt bei rund 500 Kilometern, was bedeutet, dass eine Strecke wie von Amsterdam nach London unsere erste Elektroflugstrecke werden könnte. Und da es die zweistärkste Strecke in Europa ist, könnte die Einführung eines Elektroflugzeugs aufgrund der hohen täglichen Flugfrequenz zu signifikanten Reduzierungen bei den CO2– und Lärm-Emissionen führen.“
Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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