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Embraer forscht in den Niederlanden an leisen Jets

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer arbeitet mit renommierten Forschungseinrichtungen in den Niederlanden zusammen, um Wege zu erforschen, wie man Flugzeuge noch leiser machen kann. 

31.08.2018

Embraer arbeitet mit Forschungseinrichtungen in den Niederlanden zusammen, um Flugzeuge leiser zu machen. © Embraer

Embraer hat mit der Universität Twente (UT), dem Dutch Aerospace Laboratory (NLR) und den Deutsch-Niederländischen Windkanälen (DNW) ein Forschungskonsortium gebildet, um Wege zu finden, die Geräuschemissionen von Flugzeugen noch weiter zu senken. Nach Angaben der Universität Twente versprechen sich die Forscher durch die Zusammenarbeit mit dem Flugzeughersteller eine bessere Vernetzung mit der praktischen Anwendbarkeit ihrer Ergebnisse.

Aufgrund der Entwicklung von leiseren Flugzeugtriebwerken wie beispielsweise den Getriebefans mit hohem Nebenstromverhältnis, sind Flugzeuge schon deutlich leiser geworden, da die Triebwerke bislang immer die größten Lärmverursacher waren. Die Universität Twente ist davon überzeugt, dass eine weitere Reduzierung der Geräuschemissionen möglich ist, wenn man sich nun um den von der Flugzeugstruktur erzeugten Lärm kümmert, den so genannten „Fuselage Noise“.

„Silent Approach“ als erstes Projekt

Das erste Projekt trägt den Namen „Silent Approach“ und ist ein erster Meilenstein auf dem Weg zu einer engeren Zusammenarbeit. Daniel Moczydlower, Leiter der Technologie-Entwicklung bei Embraer, sagte: „Silent Approach ist ein gutes Beispiel, wie Universitäten und die Industrie zusammen technologische Fortschritte schneller realisieren können. Das bringt auch Vorteile für die gesamte Gesellschaft.“ 

Der stammt in erster Linie vom Luftstrom entlang des Flugzeugs, wo im Anflug die Klappen und die Fahrwerke für Geräusche sorgen. Die Geräuschoptimierung dieser Komponenten ist eine echte Herausforderung für die Forscher, denn neue Lösungen müssen nicht nur genauso sicher sein wie die bisherigen Bauteile, sondern auch die gleichen Leistungsparameter erfüllen und wirtschaftlich zu bauen sein. Um die neuen Konzepte zu testen, sind Windkanalversuche mit verschiedenen Flugzeug- und Komponenten-Modellen geplant.

Die Forscher an der Fakultät für Engineering Technology der Universität Twente arbeiten eng mit brasilianischen Ingenieuren zusammen. So gibt es beispielsweise ein Austauschprogramm mit dem brasilianischen Luftfahrt-Forschungsinstitut ITA. Studenten des ITA und der UT können sich für ein so genanntes „Double Degree Master Program“ einschreiben und erhalten so einen Abschluss von beiden Institutionen.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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