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Embraer verfehlte 2018 seine Produktionssziele

Embraer feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Während es bei den Verkehrsflugzeugen der E-Jet-Familie wie geplant lief, schwächelte der Absatz der Geschäftsreisejets im vergangenen Jahr. Das Jubiläumsjahr wird auch zu einem Jahr des Umbruchs, denn die Fusion des Bereichs Verkehrsflugzeuge mit Boeing hat von der Regierung grünes Licht erhalten.

17.01.2019

Embraer hat 2018 nur 91 Executive Jets ausliefern können, deutlich weniger als sich das Unternehmen zu Jahresbeginn vorgenommen hatte. © Embraer

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer war zum Auftakt seines Jubiläumsjahres „50 Jahre Embraer“ von der New Yorker Börse eingeladen worden, gestern den  Parketthandel an der Wall Street zu beenden. Embraers Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) Paulo Cesar Souza e Silva, läutete zwar die Schlussglocke und diskutierte anschließend angeregt mit Börsianern, aber die Nachrichten, die er im Gepäck hatte, waren nicht positiv.

Embraer hat die selbst gesteckten Produktionsziele 2018 in Teilen nicht erreicht. Zu Beginn des Jahres hatte das Unternehmen geplant, zwischen 105 und 125 Executive Jets zu bauen und an Kunden auszuliefern. Am Ende wurden es nur 91 Exemplare. 2017 hatten die Brasilianer noch 109 und 2016 noch 117 Business Jets ausgeliefert. Dementsprechend fiel auch der Umsatz in diesem Segment: Statt wie angestrebt, zwischen 1,35 und 1,50 Milliarden US-Dollar zu erwirtschaften, schaffte das Unternehmen nur 1,10 Milliarden US-Dollar.

Bei den E-Jets (im Bild eine E190-E2) schaffte Embraer 2018 seine angestrebten Produktionsziele. © Embraer

Bei den Verkehrsflugzeugen liegt der Hersteller dagegen im Plan und hat „zwischen 85 und 95 Flugzeuge“ ausgeliefert. Diese Zahl hatte Embraer bereits zu Beginn des Jahres als Ziel veröffentlicht. Auch umsatzseitig schaffte das Unternehmen in diesem Segment 2018 sein Ziel von 2,30 bis 2,45 Milliarden US-Dollar.

Die Praetor sollen den Aufschwung bringen

Embraer macht für den Rückgang bei den Executive-Jet-Auslieferungen die globalen Marktbedingungen verantwortlich, die sich nach Angaben des Unternehmens trotz einer leichten Erholung langsamer verbessert hätten als erwartet. Außerdem habe sich das Unternehmen stärker auf die Profitabilität seiner Produkte als auf einen hohen Produktionsausstoß konzentriert. Mit anderen Worten: Der Hersteller hat Aufträge für Business Jets nicht um jeden Preis akquiriert.

Diese Strategie wollen die Brasilianer auch 2019 fortsetzen, kündigte Embraer an. Für 2019 sieht das Unternehmen einen Output zwischen 90 und 110 Executive Jets vor. Dabei setzt es vor allem auf die beiden neuen Midsize-Muster Praetor 500 und Praetor 600, die im Oktober am Vortag der Geschäftsluftfahrtmesse NBAA in Orlando vorgestellt worden waren. Die ersten Praetor sollen in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres an die Launch Customer übergeben werden. Bei den E-Jets will der Hersteller das gleiche Produktionsniveau wie 2018 erreichen, nämlich „zwischen 85 und 95“ Exemplare.

Im Bereich militärische Luftfahrzeuge plant der Konzern für 2019 die Übergabe von 10 A-29 Super Tucano sowie zwei Transportern des Type KC-390 an Kunden.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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