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Farnborough Airshow steht im Zeichen des Brexit

Morgen beginnt die Farnborough Airshow. Dort zeigen die Flugzeughersteller wieder eine Reihe von neuen Fluggeräten, angefangen von handtellergroßen Drohnen bis hin zum Boeing 747-8-Frachter. An Neuheiten besteht kein Mangel. Allerdings wird die Airshow überschattet von den Diskussionen über die Folgen des Brexits.

15.07.2018

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer hat seine Embraer E190 E-2 für die Farnborough Airshow mit einer aggresiven Hai-Lackierung versehen. © Embraer

Die Liste der Fluggeräte, die auf der morgen beginnenden Farnborough International Airshow zu sehen sind, ist erneut so lang wie beeindruckend. Airbus zeigt erstmalig die A220-300 (bis letzte Woche: Bombardier C Series CS300) und den Airbus A330neo (in den Farben des Erstkunden TAP) auf einer Luftfahrtmesse.

Boeing hat eine Boeing 737 MAX 7 in Werkslackierung und eine 737 MAX 8 in Farben von Air Italy sowie eine Boeing 787 Dreamliner in Lackierung von Biman Bangladesh Airlines nach Farnborough gebracht. Außerdem ist eine Boeing 777-300ER und eine Boeing 747-8F von Qatar Airways im Static Display zu sehen.

Boeing ist in Farnborough stark vertreten

Weitere Boeing-Produkte auf der Farnborough Airshow kommen vom US-Verteidigungsministerium, das traditionell stark auf der Messe vertreten ist. So zeigt das US-Militär unter anderem eine Boeing CH-47 Chinook, eine Boeing AH-64 Apache, eine F-15E Strike Eagle und eine Boeing C-17A Globemaster III im Static Display. Daneben zeigen die US-Streitkräfte auch bekannte Muster wie die Lockheed Martin F-16 oder die P-8A Poseidon.

Diese F-16 startete bereits am Samstag vor der Airshow zu ihrem Abnahmeflug für die Farnborough International Airshow 2018. © Farnborough Airshow

Die Royal Air Force (RAF) wird erstmalig ihre Lockheed Martin F-35 Lightning II in Farnborough dem Publikum präsentieren. Die RAF hatte die ersten drei Fighter dieses Musters erst Anfang Juni aus den USA nach Großbritannien überführt.

Der brasilianische Luft- und Raumfahrtkonzern Embraer, der erst kürzlich eine strategische Partnerschaft mit Boeing vereinbart hat, bringt mit der Embraer E190 E-2 das Flugzeug mit der wohl spektakulärsten Farbgebung nach Farnborough. Die gesamte Cockpitsektion der E190 E-2 ist als Hai-Kopf lackiert. Am Freitag demonstrierte das Flugzeug der neuesten Generation von Embraers E-Jet-Familie auf dem London City Airport seine Kurzstart- und -landeeigenschaften. Zudem zeigt Embraer mit dem zweistrahligen Militärtransporter KC-390, dass das Unternehmen auch in der Militärluftfahrt durchaus Ambitionen hegt.

Eine weitere Debütantin in Farnborough ist die Gulfstream G600, der neueste Ultralangstrecken-Business Jets von Gulfstream Aerospace aus Savannah, Georgia. Das Flugzeugmuster durchläuft momentan noch seine Zulassung, die bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll.

Farnborough ist eine Diskussionsplattform

Die Farnborough Airshow ist aber nicht nur ein Marktplatz für neue Fluggeräte. Sie ist auch eine Plattform, auf der die Zukunftsthemen der Branche intensiv diskutiert werden. Ein Bereich der Messe beschäftigt sich mit der Industrie 4.0, ein weiterer ist ausschließlich der Luftfracht gewidmet. Die Themen Additive Manufacturing (3D-Druck) und Urban Mobility kommen ebenfalls nicht zu kurz. Sie sind Teil der so genannten Innovation Zone, in der Start-ups ihre Ideen zur Zukunft der Branche einem Fachpublikum präsentieren können.

Auch wenn es nicht im offiziellen Programm als Diskussionsthema zu finden ist, so schweben die ungelösten Fragen zum Thema Brexit auf jeden Fall zu den beherrschenden Themen der Messe. Airbus hatte gerade in den vergangenen Wochen immer wieder auf die Folgen eines harten Austritts des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union hingewiesen. Sollte Großbritannien die EASA verlassen – und danach sieht es momentan aus – hätte dieses einschneidende Folgen auf beiden Seiten des Ärmelkanals.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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