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GE Aviation stellt fliegenden 747-100-Prüfstand außer Dienst

GE Aviation hat die älteste fliegende Boeing 747 jetzt offiziell außer Dienst gestellt. Das Flugzeug, eine Boeing 747-100, diente dem Triebwerkshersteller seit 1992 als fliegender Prüfstand.

18.08.2017

GE Aviation testete mit der N747GE auch das LEAB-1B für die Boeing 737 MAX. © CFM International

Der Triebwerkshersteller GE Aviation hat die älteste noch fliegende Boeing 747 außer Dienst gestellt. Das Flugzeug war bereits 1969 gebaut worden und begann seine Airline-Karriere bei Pan American World Airways am 3. März 1970 als „Clipper Ocean Spray“. Nach 21 Jahren im Airline-Dienst erwarb General Electric den Vierstrahler und baute ihn zu einem fliegenden Prüfstand um, was über ein Jahr in Anspruch nahm. Dazu gehörte auch der Umbau des inneren linken Triebwerksträgers, der bei den künftigen Testflügen jeweils verschiedene Triebwerkstypen aufnehmen sollte.

N747GE lautete das passende Kennzeichen

GE Aviation erprobte mit der N747GE – so das passende Kennzeichen des Flugzeugs – elf verschiedene Triebwerkstypen, vom Passport Turbofan für Business Jets über das CF34 für Regionaljets, das CFM56, das LEAP bis zu den großen Widebody-Triebwerken wie dem GE90, dem GENx und dem Engine Alliance GP7200, das am Airbus A380 zu finden ist. Von den elf verschiedenen Triebwerksmustern flogen an der N747GE insgesamt 39 unterschiedliche Versionen. Im Dienst von GE Aviation absolvierte der Jumbo-Veteran 3.600 Flugstunden bei nur 775 Flügen.

GE Aviation hat seinen ältesten fliegenden Prüfstand, eine Boeing 747-100 außer Dienst gestellt. © GE Aviation

„Wir haben mit dieser 747 bei der Flugerprobung Dinge getan, die niemand, der ganz richtig im Kopf ist, mit einem Flugzeug machen würde“, sagte Phil Schultz, ehemaliger Cheftestpilot von GE Aviation bei der Verabschiedung des Flugzeugs.

Die 747-100 von GE Aviation wurde vom Hersteller zwar erst jetzt offiziell in den Ruhestand geschickt, ihren letzten Flug hatte sie aber bereits am 25. Januar absolviert. Er führte von Victorville in Kalifornien zurück nach Victorville, wo das Flugzeug zunächst einmal eingemottet wurde.

GE Aviation hatte bereits 2010 von Japan Airlines einen Ersatz für die 747-100 gekauft, eine Boeing 747-400D, die auf innenjapanischen Strecken im Einsatz war. Sie unterscheidet sich durch ein verstärktes Fahrwerk und fehlende Winglets von den anderen 747-400. Der neue fliegende Prüfstand ist leistungsfähiger und verfügt einfach über modernere Systeme, für die heute noch Ersatzteile zu bekommen sind.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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