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Großbritannien und USA unterzeichnen Sicherheitsabkommen

Der Brexit rückt immer näher, das ursprüngliche Austrittsdatum ist nur noch Tage entfernt. Nun hat die Zivilluftfahrtbehörde des Vereinigten Königreiches mit der US-Luftfahrtbehörde FAA ein Sicherheitsabkommen geschlossen, das die gegenseitige Anerkennung bestehender Zulassungen und Verträge im Bereich der Luftfahrt auch für die Zeit nach dem Brexit bestätigt.

21.03.2019

Der Flughafen London-Heathrow ist das wichtigste Drehkreuz für den Luftverkehr in Großbritannien. © Volker K. Thomalla

Die britische Zivilluftfahrtbehörde UK CAA und das britische Verkehrsministerium sind momentan extrem unter Druck, Sicherheitsabkommen mit anderen Ländern abzuschließen, die eine ununterbrochene, gegenseitige Anerkennung von Luftfahrt-Zulassungen und Verkehrsrechten für die Zeit nach dem Brexit regeln. In der vergangenen Woche haben Vertreter des UK CAA, des Verkehrsministerium und der US-Luftfahrtbehörde FAA nun eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Am 14. März trafen sich Vertreter der beiden Behörden mit Vertretern der Luftfahrtindustrie in der US-Botschaft in London, um die Ergebnisse des Abkommens vorzulegen.

Abkommen für einen harten Brexit

Das Sicherheitsabkommen ist vor allem im Hinblick auf ein No-Deal-Szenario getroffen worden, also für den Fall, dass Großbritannien ohne einen Vertrag aus der Europäischen Union ausscheidet. Momentan unterliegen ist die gegenseitige Anerkennung von Zulassungen von Luftfahrtgerät und Luftfahrzeugen durch ein Abkommen zwischen der EU und den USA geregelt. Bei einem harten Brexit ohne Austrittsabkommen wäre Großbritannien aber nicht mehr Mitglied der EASA, und die gegenseitige Anerkennung würde von einem auf den anderen Tag entfallen.

Dank der nun getroffenen Vereinbarung akzeptieren beide Seiten für eine nicht näher bestimmte Zeit gegenseitig die Zulassungen, so dass Flugzeughersteller, Zulieferer und Anbieter von Maintenance-Dienstleistungen wie bisher weiterarbeiten können. Als Ansprechpartner in Großbritannien wäre dann aber nicht mehr die EASA, sonder die UK CAA zuständig. Richard Moriarty, der Hauptgeschäftsführer der UK CAA, sagte bei den Gesprächen in der US-Botschaft: „Wir sind der Federal Aviation Administration dankbar für die positive Art, mit der sie die Diskussionen geführt hat. Diese Vereinbarungen sind eine wichtige Komponente unseres umfassenden Maßnahmenpaketes, um einen problemlosen Übergang für die Industrie und die Kunden zu schaffen, wenn Großbritannien die EU verlässt.“ 

Derzeit verhandeln britische Vertreter noch mit Hochdruck mit Brasilien und mit Kanada, um ein ähnliches Flugsicherheitsabkommen noch vor dem Brexit zu unterschreiben.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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