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Hohe Akzeptanz für professionelle Drohnen-Anwendungen

Der Verband Unbemannte Luftfahrt hat in Berlin die Ergebnisse einer Umfrage zur Akzeptanz von Drohnen vorgestellt. Professionell betriebene Fluggeräte finden demnach eine deutlich höhere Akzeptanz als privat betriebene. Die Befragten äußerten sich mehrheitlich für klare Regeln zum Drohnenbetrieb.

18.12.2017

Die Phantom-Drohne des Herstellers DJI ist eine professionelle Kameradrohne. © DJI

Der Verband Unbemannte Luftfahrt hat in Berlin die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov vorgestellt, bei der es um die Akzeptanz von Drohnen-Anwendungen in Deutschland geht.

2020 Menschen nahmen im Oktober dieses Jahres an der Online-Umfrage von YouGov teil. Die Befragten sehen ein großes Potenzial in der Nutzung von Drohnen im zivilen Bereich. Bei Hilfseinsätzen im Katastrophenfall (89 Prozent), bei der Inspektion technischer Anlagen (80 Prozent) und in der Landwirtschaft (63 Prozent) finden Drohnen-Anwendungen eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Bei der Nutzung als Freizeitgerät fällt die Akzeptanz bei den Befragten jedoch auf nur noch 28 Prozent.

Bei der Umfrage ist auch eine deutliche geschlechterspezifische Unterscheidung bei der Akzeptanz von Drohnen-Anwendungen zu beobachten. Männer und junge Menschen akzeptieren Drohnen deutlich stärker als Frauen oder ältere Menschen.

Störung der Privatsphäre befürchtet

Die Störung der Privatsphäre durch Drohnen wird von 84 Prozent der Umfrage-Teilnehmer als ein Problem genannt. Auch befürchten 78 Prozent der Befragten einen Missbrauch der Drohnen für kriminelle Tätigkeiten. Als weiteren skeptisch betrachteten Punkt führen die Meinungsforscher eine potenzielle Gefährdung des Luftverkehrs an. 74 Prozent der Befragten sehen hier ein potenzielles Problem. Nur 1,7 Prozent der Befragten gaben an, dass Drohnen verboten werden sollten.

Volker Thum und Matthias von Randow sind die beiden Geschäftsführer des Verbands Unbemannte Luftfahrt. © Volker K. Thomalla

„Die Bürger wünschen sich klare Regeln für die Drohnennutzung“, sagte Matthias von Randow, einer der beiden Geschäftsführer des Verbands Unbemannte Luftfahrt, bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Die überwiegende Mehrzahl der Befragten, nämlich 90 Prozent, ist für eine verpflichtende Information der Nutzer durch den Verkäufer und eine Kennzeichnung und Registrierung der Drohnen (88 Prozent). Von Randow sagte weiter: „Die deutsche Drohnenverordnung vom März dieses Jahres war ein erster wichtiger Schritt. Doch die Sicherheitsstandards in der unbemannten Luftfahrt müssen weiter erhöht werden. Wichtig ist, dass man im Gefährdungsfall nachverfolgen kann, wer die Drohne gesteuert hat. Deswegen brauchen wir dringend eine gesetzliche Registrierungspflicht!“

Riesiges Marktpotenzial für Drohnen

Matthias von Randow schätzt, dass in Deutschland 2016 rund eine halbe Million Drohnen existierten. „2017/2018 werden wir an die Million kommen.“ Er beruft sich dabei auf Schätzungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und der Deutschen Flugsicherung (DFS). „Aber ohne eine Registrierung gibt es hier auch keine verlässlichen Zahlen.“

„Die unbemannte Luftfahrt hat ein riesiges Potenzial. Deswegen fordern wir, dass auf Dauer nur zertifizierte Geräte in die Luft kommen. Wir müssen den Markt mit dem Grundsatz ‚Safety First‘ erhalten“, ergänzte Volker Thum, ebenfalls Geschäftsführer des Verbands Unbemannte Luftfahrt.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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