Homepage » Industrie » Honeywell will die Black Box revolutionieren

Die Black Box der Zukunft sammelt zwar noch Daten auf einem stark gesicherten Datenträger, aber sie wird die Daten in Echtzeit an eine Bodenstation schicken. Die Hersteller erhoffen sich dadurch nicht nur eine schnellere Aufklärung von Flugzeugunfällen, sondern auch Optimierungen bei Betriebsabläufen und Instandhaltung.

13.02.2019

Honeywell und Curtiss Wright wollen die Flight Data Recorder in Flugzeugen revolutionieren. © Honeywell Aerospace

Honeywell Aerospace und die Curtiss-Wright Corporation aus Davidson im US-Bundesstaat North Carolina arbeiten bei der Entwicklung eines neuen Systems zum Sammeln von Daten für Flugzeuge zusammen. Anstelle der bisher verwendeten Flugdatenschreiber (Flight Data Recorder/FDR) und der Stimmaufzeichungsgeräte im Cockpit (Cockpit Voice Recorder/CVR) wollen die beiden Firmen Luftfahrzeugdaten in Echtzeit übertragen, damit diese nach einem Zwischenfall oder einem Unglück den Unfallermittlern schneller als bisher zur Verfügung stehen.

In der Vergangenheit wurden manche Black Boxes – die in Wahrheit wegen der besseren Sichtbarkeit ja orange und nicht schwarz lackiert sind – nach einem Unfall erst nach einer wochenlangen, aufwendigen Suche oder überhaupt nicht mehr gefunden.

Datenübertragung in Echtzeit

Honeywell und Curtiss-Wright haben eine Vereinbarung getroffen, um die nächste Generation von Datenaufzeichnungsgeräten (FDR/CVR) gemeinsam zu entwickeln. Beide Unternehmen sehen die neue Gerätegeneration als „Black Box in the Sky“ an, da Betreiber, Besitzer und Hersteller von Flugzeugen Zugriff auf die gesammelten Daten haben können, wenn der Flugzeugbesitzer und/oder Betreiber dem zustimmt. Durch eine Analyse der Daten versprechen sich die Hersteller zudem Optimierungen im Flugbetrieb und in der Instandhaltung der Flugzeuge.

Curtiss-Wright hat seine Black Box passenderweise „Fortress“ (Festung) genannt. © Curtiss-Wright

„Honeywell und Curtiss-Wright sind seit über 50 Jahren Pioniere und Innovationstreiber von crashresistenten Flugdatenschreibern für die Luftfahrt“, sagte David C. Adams, der Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer (CEO) der Curtiss-Wright Corporation. „Gemeinsam werden wir die Leistungen von Flugdatenschreibern auf ein neues Niveau heben und dabei nicht nur die Aufzeichnungszeit verlängern, sondern auch noch die Überlebensfähigkeit erhöhen. Wenn wir unsere kombinierte Erfahrung einbringen, werden sich dadurch auf Jahre hinaus finanzielle, sicherheitsrelevante und betriebliche Vorteile ergeben.“

Curtiss-Wright wird im Rahmen dieses Vertrages nun exklusiver Lieferant für die nächste Geräte-Generation, für die Honeywell zusätzlich den Vertrieb übernimmt. Die neueste Generation der Curtiss-Wright FDR trägt den passenden Namen „Fortress“ (Festung). Die Hardware der neuen Geräte wollen beide Unternehmen zusammen entwickeln, um die Software für die Datenübertragung und die Einbindung der Geräte in das Kommunikationssystem des Flugzeugs kümmert sich Honeywell. Die Firmen wollen ihre Geräte Airlines, Frachtfluggesellschaften und Betreibern von Geschäftsreiseflugzeugen anbieten.

Die neuen Aufzeichnungsgeräte sollen unter der Bezeichnung HCR-25 (Honeywell Connected Recorder-25) vertrieben werden. Die Ziffer 25 in der Bezeichnung bezieht sich auf die ab 2021 vorgeschriebene Aufzeichnungszeit von mindestens 25 Stunden.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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