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IABG führt Lebensdauertest der Pilatus PC-24 durch

Die IABG testet den neuen schweizerischen Business Jet Pilatus PC-24 bis an seine Grenzen. Mehrere Standorte des Unternehmens sind an den Arbeiten beteiligt, die der Unterstützung der Zulassung des Jets dienen. 

27.06.2017

Die IABG führt in Dresden unter anderem den Lebensdauertest an der Gesamtzelle der Pilatus PC-24 durch. © IABG

Pilatus Aircraft aus Stans in der Schweiz hat den Technik-Dienstleister IABG aus Ottobrunn mit verschiedenen Tests an dem neuen Business Jet Pilatus PC-24 beauftragt. Die IABG führt diese aufwendigen Tests an verschiedenen Standorten durch. Einer der ungewöhnlichsten Tests war die inzwischen abgeschlossene „Ground Load Calibration“ mit einem flugfähigen Exemplar des Jets. Bei den Kalibrierversuchen wurde ermittelt, wie die Flugzeugstruktur auf definierte externe Kräfte reagiert. Diese Testreihe war notwendig, um das bordeigene Messsystems des Prototypen zu Kalibrieren. Die IABG nutzte für diesen Test am Flughafen Dresden den ersten Prototypen des Musters. „Mit dem Kalibrierversuch an einer flugtüchtigen Pilatus PC-24 liegt ein sehr anspruchsvolles, aber auch perfekt durchgeführtes Testprojekt hinter uns“, resümierte Projektleiter Christoph Steinhäuser das Projekt.

Für diese Versuchsreihe hat die IABG ein neues Lasteneinleitungsystem entwickelt, welches eine rückstandsfreie Lasteinleitung ohne dauerhaft befestigte Verbindung zum Prüfstück ermöglichte – schließlich sollte der Prototyp nach den Tests auch wieder in die Flugerprobung gehen. Die IABG schloss die Versuchsreihe nach nur drei Wochen ab. Der PC-24-Prototyp konnte nach rund zwei Monaten den Testflugbetrieb wieder aufnehmen.

Die IABG testet bis zur Bruchlast der PC-24

Ebenfalls in Dresden findet die Lebensdauertests an der Gesamtzelle des zweistrahligen Jets statt. Dabei muss der Prüfling nachweisen, dass er drei komplette Flugzeugleben aushält. Das Leitwerk wird einem gesonderten Test unterzogen und muss ebenfalls beweisen, dass es drei komplette Lebenszyklen des Flugzeugs unbeschadet übersteht. Die Belastung wird bei beiden Testreihen über servo-hydraulische Zylinder aufgebracht. Über mehrere Messkanäle werden die Daten erfasst und von Spezialisten analysiert.

In Ottobrunn testet das Unternehmen bei den statischen Versuchen schließlich noch die Primärstruktur (Rumpf, Tragflächen, Seiten- und Höhenleitwerk) des neuen Jets. Getestet wird dabei bis zur theoretischen Bruchlast.

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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