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Lufthansa Technik verwendet Trockeneis zur Triebwerksreinigung

Die Lufthansa Technik hat ihr Verfahren zur Triebwerkswäsche weiterentwickelt. Neben Wasser kommt ab dem nächsten Jahr auch Trockeneis zum Einsatz. Das hat mehrere Vorteile.

12.07.2018

Die Trockeneis-Pellets gehen nach der Reinigung wieder in gasförmigen Zustand über. © Lufthansa Technik

Seit 2007 bietet die Lufthansa Technik ihren Kunden an, Turbofan-Triebwerke regelmäßig mit dem Cyclean Engine Wash-Verfahren zu reinigen. Dabei wird Wasser mit 65 bar in das Triebwerk gespritzt, was sowohl den Fan als auch die Verdichter reinigt. Saubere Triebwerke verbrauchen bis zu einem Prozent weniger Kerosin als ungereinigte.

Wasser ist nicht immer verwendbar

Allerdings kann das Verfahren nicht immer angewendet werden. Bei Temperaturen unter 5 °Celsius besteht die Gefahr, dass sich Reinigungswasser im Kerntriebwerk ansammelt und gefriert.

Deswegen hat das Unternehmen sein Reinigungsverfahren weiterentwickelt. Cyclean kann nun auch Trockeneis als Reinigungsmittel verwenden. Ab 2019 will die Lufthansa Technik das neue Trockeneis-System parallel zum Wasser-basierten System anbieten.

Die Lufthansa Technik hat ein Verfahren zur Triebwerksreinigung entwickelt, bei dem Trockeneis zum Einsatz kommt. © Lufthansa Technik AG

Die Kälte-Version von Cylcean nutzt wenige Millimeter große CO2-Tockeneis-Pellets, die über eine mobile Strahlanlage mit hohem Druck in das Triebwerk geblasen werden. Beim Aufprall auf die Bauteile setzen die Pellets kinetische Energie frei. Dadurch und durch den Kontakt mit den minus 78,5 Grad Celsius kalten Trockeneispellets werden die Verunreinigungen gelöst und mitgerissen. Da die Pellets vollständig in den gasförmigen Zustand übergehen, entstehen keine Rückstände. Außerdem ist das neue Verfahren auch bei Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt anwendbar. Dadurch können Triebwerke an 365 Tagen im Jahr gewaschen werden.

Das neue Verfahren hat weitere Vorteile: Das CO2 ist ein Nebenprodukt aus der Rohölverarbeitung und der Düngemittelindustrie. Dadurch muss kein zusätzliches Kohlendioxid generiert werden. Da beim neuen Verfahren die Spray-Düsen für Reinigungsmittel auf einer mobilen Plattform stehen und nicht an das Triebwerk montiert werden, muss nach der Trockeneis-Behandlung kein Triebwerks-Standlauf mehr gefahren werden, was die „Behandlungsdauer“ auf rund 30 Minuten pro Triebwerk reduziert.

Bob Fischer

 

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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