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Mehr Unfälle, mehr Todesopfer: EASA veröffentlicht Sicherheitsbilanz

2018 war für die Sicherheit in der Luftfahrt ein Rückschlag. Nachdem es 2017 so wenige Unfälle und so wenige Todesopfer wie noch nie zuvor gegeben hatte, gab es 2018 weltweit wieder mehr Unfälle und mehr Todesopfer, auch wenn die Zahl der Unfälle unter dem langjährigen Durchschnittswert geblieben ist.

2.01.2019

Die Ju 52 prallte mit hoher Geschwindigkeit fast senkrecht auf den Boden auf. © Kantonspolizei Graubünden

Die europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat jetzt eine vorläufige Sicherheitsbilanz des abgelaufenen Jahres 2018 veröffentlicht. Sie umfasst weltweit alle Flugunfälle und alle Todesopfer des vergangenen Jahres im kommerziellen Flugbetrieb, unabhängig von der Flugzeuggröße. Deswegen ist diese Statistik aussagekräftiger als andere Sicherheitsbilanzen, die ausschließlich ein bestimmtes Segment betrachten. Nicht enthalten sind in dieser Bilanz der EASA Abstürze von  privat oder militärisch betriebenen Luftfahrzeugen. Deshalb ist in dieser Statistik beispielsweise das schwerste Flugzeugunglück des vergangenen Jahres, der Absturz der algerischen Il-76 mit 257 Toten, in der Statistik nicht enthalten, da es sich bei diesem Unglück um den Absturz eines militärisch betriebenen Transporters handelte.

2018 gab es weltweit elf Flugzeugabstürze mit Todesopfern. Diese Zahl liegt trotz deutlich gestiegener Passagierzahlen unter dem langjährigen Mittelwert. © Aerobuzz

Die EASA schreibt, dass 2017 als das sicherste Jahr in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt gilt. Aber 2018 hat in Erinnerung gerufen, dass Sicherheit nicht als selbstverständlich hingenommen werden dürfe. 2018 habe es mit 530 Todesopfern bei elf Unfällen mit Todesfolge einen Rückfall gegeben auf das Niveau von 2015. Zwar habe es in Europa 2018 keinen tödlichen Absturz eines kommerziellen Verkehrsflugzeugs gegeben, aber 20 Menschen seien bei einem Sightseeing-Flug in den Schweizer Alpen ums Leben gekommen.

Die Zahl der Abstürze mit Todesfolge lag 2018 unter den langjährigen Durchschnittswerten. Der Zehnjahres-Durchschnitte bei den Abstürzen liegt bei 16,5, 2018 ereigneten sich elf Abstürze mit Todesopfern. Allerdings liegt die Zahl der Todesopfer von Flugzeugunglücken mit gewerblich betriebenen Flugzeugen 2018 höher als der Zehnjahresdurchschnitt. Seit 2009 sind durchschnittlich pro Jahr 509 Menschen bei Flugzeugabstürzen ums Leben gekommen, 2018 waren es 530.

Mit 530 Todesopfern bei Unfällen im kommerziellen Flugbetrieb verschlechterte sich die Sicherheitsbilanz der Luftfahrt im Jahr 2018. © Aerobuzz

Die folgenreichsten Flugzeugabstürze im kommerziellen Flugbetrieb waren 2018:

Angesichts des Wachstums des weltweiten Luftverkehrs ist das Sicherheitsniveaus trotz wieder gestiegener Fallzahlen auch 2018 bemerkenswert hoch. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des weltweiten Airline-Verbandes IATA (International Air Transport Association) rund 4,34 Milliarden Menschen geflogen, das sind mehr Menschen als jemals zuvor in der Geschichte. Der Verband sieht auch für 2019 eine weitere Steigerung der Passagierzahlen.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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