Homepage » Luftverkehr - news » Erste Erkenntnisse zum An-148-Absturz

Erste Erkenntnisse zum An-148-Absturz

Die russischen Unfalluntersucher haben erste Erkenntnisse zum Absturz der Antonow An-148 ab Sonntag in de Nähe von Moskau gewonnen. Bei dem Unglück des Regionaljets der Saratov Airlines waren 71 Menschen ums Leben gekommen. 

14.02.2018

Das Flugprofil des Fluges Saratov Airlines 6W703 weist starke Höhen- und Geschwindigkeitsschwankungen auf. © flightradar24.com

Kurz nach dem Absturz der Antonow An-148 der Saratov Airlines am 11. Februar 2018 nahmen die Unfallermittler des interstaatlichen Luftfahrtkomitees MAK ihre Arbeit auf. Sie bargen die Leichen, suchten und fanden den Flugschreiber und den Cockpit Voice Recorder (CVR), durchkämmten das komplette Trümmerfeld und dokumentierten die Lage Wrackteile. Dabei nutzten die Ermittler auch eine Drohne, die das Trümmerfeld filmte. Rund 1.000 Mitarbeiter des Zivilschutzes kamen zum Einsatz.

Die Flugdaten waren gut lesbar

Der Flugschreiber war zwar beschädigt, aber der Chip mit den Flugdaten war unbeschädigt und konnte problemlos ausgewertet werden. Das interstaatliche Luftfahrtkomitee hat nun erste Erkenntnisse zum An-148-Absturz veröffentlicht:

  • Das Flugzeug war bis zum Aufprall intakt. Die Vermutung, die Tragflächen könnten sich im Flug gelöst haben, trifft nicht zu.
  • In den Unfall war kein zweites Luftfahrzeug verwickelt. Die Meldungen, nach denen Überreste eines Hubschraubers gefunden wurden, haben sich nicht bestätigt.
  • Die An-148 hat nicht in der Luft gebrannt. Es gibt ein Video einer Überwachungskamera, das den Aufprall des Flugzeugs zeigt.
  • Das Heizsystem für das Pitotrohr war nicht aktiv, während es auf den vorhergehenden 15 Flügen, die der Flugschreiber aufgezeichnet hat, aktiv war.
  • Nach einer Flugzeit von 2 Minuten und 30 Sekunden bei einer Geschwindigkeit von 250 Knoten gab es Unterschiede in der Geschwindigkeitsmessung zwischen dem Air-Data-Computer und dem Reservesystem.
  • 25 Sekunden später alarmierte das System die Crew über die unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
  • Die Crew schaltete daraufhin den Autopiloten aus und flog das Flugzeug für den Rest des Fluges per Hand.
  • Das Flugzeug unterlag danach Höhenschwankungen mit verschiedenen g-Bleastungen.
  • Die Geschwindigkeitsanzeige des Kapitäns fiel anschließend auf null und blieb dort bis zum Aufprall.
  • Das Flugzeug ging in der Endphase des Flugs in einen 30 Grad-Sinkflug und drehte sich kurz vor dem Aufprall um 25 Grad nach rechts.

Die Unfallermittler betonen, dass es sich dabei um vorläufige Ergebnisse handelt. Die Ermittlungen konzentrierten sich derzeit darauf, warum die Pitotrohr-Heizung nicht gearbeitet hat.

Volker K. Thomalla

 

 

 

Weitere Beiträge zum Thema Flugsicherheit:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.