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Harte Landung eines Überfliegers: Jet Airways gibt auf

Das Ende kam schleichend und mit Ankündigung: Nachdem in den vergangenen Wochen immer mehr Flugzeuge der indischen Fluggesellschaft Jet Airways von den Leasinggebern zurückgeholt worden sind, schrumpfte die finanzielle Ausstattung der Airline täglich weiter zusammen. Nun musste Jet Airways den Flugbetrieb einstellen.

18.04.2019

Jet Airways hat am 19. Juni 2018 ihre erste Boeing 737 MAX in Seattle abgeholt. © Boeing

Die indische Fluggesellschaft Jet Airways hat gestern eine „wichtige Neuheit“ auf ihren verschiedenen Kommunikationskanälen angekündigt: Sie stellt in der Nacht vom 17. auf den 18. April alle nationalen und internationalen Flüge ein.

Die Insolvenz der 1992 gegründeten Fluggesellschaft kommt nicht überraschend. Der Pleite vorangegangen waren mehrere Rettungsversuche, zuletzt durch die Übernahme der Mehrheitsanteile durch die State Bank of India (SBI). Sie hatte der Airline noch im März Geld zugeschossen, einen weiteren Kredit wollte sie der Gesellschaft aber nun nicht mehr gewähren, um den das Management von Jet Airways gebeten hatte. „Da es keine Aussicht auf eine Notfall-Finanzierung gab, wären wir nicht in der Lage gewesen, Treibstoff oder kritische Dienstleistungen zu bezahlen, um den Betrieb aufrecht zu halten“, teilte Jet Airways mit.

Leasinggeber holten ihre Jets zurück

Bereits in den letzten Wochen hatte die Airline ihren Flugplan immer weiter ausdünnen müssen, da Leasinggeber ihre Flugzeugen wegen nicht bezahlter Leasingraten zurückgeholt hatten. Durch das reduzierte Flugangebot schmolz das verbliebene Kapital der Airline allerdings immer weiter weg. Zuletzt konnte Jet Airways nicht einmal mehr die Gehälter eines Teils ihrer Mitarbeiter zahlen.

Nach einer ausführlichen Abwägung aller Optionen und Alternativen habe sich deswegen das Management in einem schmerzhaften Prozess dazu entschieden, alle nationalen und internationalen Flüge einzustellen. Zu besten Zeiten hatte die Airline 120 Flugzeuge betrieben.

Doch das Management gibt sich trotz der desaströsen finanziellen Lage des Gesellschaft zuversichtlich, dass ein Neustart gelingen kann. Morgen sei ein anderer Tag und der bereite Hoffnung und biete neue Möglichkeiten und neue Erwartungen, teilte das Management mit. „Wir wissen, dass Indien besser dran ist mit einer fliegenden Jet Airways, und das wissen auch unsere potenziellen Investoren“, hieß es fast trotzig in einer Aussendung der Gesellschaft.

Volker K. Thomalla

 

 

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