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Kann Alitalia die Coronavirus-Krise überleben?

Die Situation der insolventen Alitalia spitzt sich von Woche zu Woche zu. Das Coronavirus hat gerade in Norditalien zu einem massiven Einbruch der Nachfrage geführt, so dass die Airline ihren Flugplan weiter ausdünnen wird. Ist das der Todesstoß für die seit 2017 insolvente Airline?

2.03.2020

Der Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Alitalia kommt nicht voran. © Volker K. Thomalla

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia fliegt seit Mai 2017 nur noch dank Überbrückungskrediten der italienischen Regierung. Der Ausbruch des Covid-19 (Coronavirus) hat zu einem dramatischen Nachfrageeinbruch nach Flügen in den betroffenen Ländern geführt, und da Italien in Europa davon am stärksten betroffen ist, stellt sich die Frage, wie die eh‘ schon insolvente Alitalia diese Krise überleben kann.

Neue Überbrückungskredite dürften bei der EU-Kommission auf massiven Widerstand stoßen angesichts der Tatsache, dass Rom schon 1,3 Milliarden Euro in das Unternehmen gesteckt hat. Die Kommission hat bereits angekündigt, die schon gewährten Kredite überprüfen zu wollen, da es keine Aussicht gebe, dass Alitalia diese Kredite jemals zurückzahle könne. Damit sind diese Kredite jedoch unerlaubte Subventionen.

Alitalia will weitere Strecken ausdünnen

Die Airline hat nun angekündigt, angesichts der leeren Sitze aus ihrem Drehkreuz Mailand heraus, bis zu 38 Strecken auszudünnen beziehungsweise vorübergehend überhaupt nicht mehr zu bedienen. In den letzten beiden Wochen hatten traditionell gut gebuchte Flüge ab Mailand nur noch eine Auslastung von 38 Prozent. Ab April will die Alitalia ihre Strecken zwischen Rom und dem südkoreanischen Seoul sowie Santiago de Chile komplett streichen. Zwei Langstreckenflugzeuge, darunter die einzige Boeing 777-300ER sowie ein Airbus A330 sollen im April nach Ablauf ihrer Leasingzeit ersatzlos wieder an die Leasinggeber zurückgegeben werden. Verkaufen kann die Alitalia keines ihrer Flugzeuge, denn die komplette Flotte ist geleast und gehört der Airline nicht mehr.

Alitalia hat 2019 rund 350 Millionen Euro Verlust gemacht. 2020 dürften angesichts des Nachfrage-Rückgangs die Verluste weiter und schneller steigen. Der italienische Industrieminister Stefano Patuanelli hat nun in einem Interview mit dem Sender RAI1 angekündigt, eine Firma zu gründen, die die Schulden der Alitalia übernehmen soll („Bad Company“). Er gab in dem Interview zu, dass die Coronakrise negative Auswirkungen auf die Zahl verkaufter Tickets habe und dass dies nicht das Verfahren zum Verkauf der Alitalia erleichtere.

Die Gewerkschaften gehen derzeit auf die Barrikaden. Sie haben am 25. Februar gestreikt und den Flugbetrieb der krisengeschüttelten Airline weitgehend lahmgelegt, um gegen einen möglichen Arbeitsplatzabbau zu protestieren.

Volker K. Thomalla

 

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