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Orkan Sabine sorgt für Rekordflüge und Flugstreichungen

Der Orkan Sabine wird heute mit hohen Windgeschwindigkeiten über Deutschland hinwegziehen. Einige Airlines haben bereits Flüge gestrichen, andere Erwartungen Beeinträchtigungen des Luftverkehrs aufgrund von Verspätungen. Die hohen Windgeschwindigkeiten haben aber auch einen neuen Rekord für die schnellste Atlantiküberquerung ermöglicht.

9.02.2020

Die Starkwindfelder des Orkans Sabine haben in der Nacht vom 08. auf den 09. Februar 2020 für besonders hohe Geschwindigkeiten über Grund bei Transatlantikflügen gesorgt. © Flightradar24.com

Der Orkan Sabine, der derzeit aus Westen nach Europa heranbraust, führt einerseits zu Flugverspätungen und -streichungen, andererseits hat er für einen neuen Rekord bei einem Transatlantikflug gesorgt.

Der Höhepunkt des Sturms, der Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h am Boden erreichen soll, wird für die Nacht von Sonntag auf Montag erwartet. Trotzdem gibt es bereits jetzt Flugausfälle in Irland, Großbritannien, am Flughafen Amsterdam-Schiphol,   in Hamburg, Bremen, Hannover, Düsseldorf, Köln/Bonn und München. Aufgrund der böigen Winde – die beispielsweise heute vormittag in London-Gatwick bereits  39 Knoten und am Flughafen East Midlands 54 Knoten erreicht haben – kommt es auch vermehrt zu Go-arounds von anfliegenden Flugzeugen.

Rekordflüge über dem Atlantik

Aber der Orkan hat auch etwas Gutes gehabt für alle Flugzeuge, die in der vergangenen Nacht den Atlantik von West nach Ost überquert haben: Die Starkwindfelder haben für ungewöhnlich hohe Geschwindigkeiten über Grund und damit für schnelle Flüge gesorgt. Die Boeing 747-400 der British Airways (BA), die als Flug BA112 heute Nacht von New Yorks John F. Kennedy-Flughafen nach London-Heathrow geflogen ist, stellte mit einer Flugzeit von 4 Stunden und 56 Minuten einen neuen Rekord für diese Strecke auf. Nie zuvor ist ein Nicht-Überschall-Flugzeug in so einer kurzen Zeit zwischen den beiden Airports geflogen.

Den bisherigen Rekord hielt eine Boeing 787-9 der Norwegian, die am 15. Januar 2018 in 5 Stunden und 13 Minuten von New York JFK nach London-Gatwick geflogen war. Die durchschnittliche Flugzeit von New York nach London beträgt 6 Stunden und 13 Minuten. Der BA-Jumbo ist also 1 Stunde und 17 Minuten schneller gewesen als der Durchschnitt.

Nur eine Minute langsamer war der Airbus A350-1000 der Virgin Atlantic mit der Flugnummer VS4, der ebenfalls von JFK nach LHR unterwegs war. Norwegian hätte den Rekord beinahe für sich beanspruchen können, da ihre Boeing 787-9 mit der Flugnummer DI7016 heute Nacht in 4 Stunden und 51 Minuten von New York nach Gatwick flog. Aber sie konnte wegen des böigen Windes nicht landen und musste deshalb nach Kopenhagen ausweichen.

Volker K. Thomalla

 

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1 Kommentar

  • Oliver

    Interessant wäre auch die Gegenrichtung. Denn auch in der Luft gilt mehr oder minder der Energieerhaltungssatz. Wenn die Maschinen aus Richtung Westen deutlich kürzere Flugzeiten hatten, so mussten die Maschinen gegen Westen wohl deutlich mehr Kerosin als üblich dazu tanken.

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