Homepage » Luftverkehr - news » Rowdy-Passagiere zu Haftstrafen verurteilt

Rowdy-Passagiere zu Haftstrafen verurteilt

Ein Gericht in Großbritannien hat vier Männer, die an Bord eines Fluges so stark randaliert hatten, dass die Besatzung eine Zwischenlandung machen musste, zu Gefängnisstrafen ohne Bewährung verurteilt.

7.06.2019

Alkohol und Fliegen vertragen sich nicht. Die EASA hat am 12. April 2018 ein Safety Information Bulletin zu diesem Thema herausgegeben. © Volker K. Thomalla

Das Gericht in Manchester (Manchester Crown Court) hatte bereits im März mit einem Urteil für Aufsehen gesorgt, als es einen Privatpiloten, der pseudo-gewerbliche Flüge durchgeführt hatte, zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt hatte.  Nun hat es wieder mit einem Urteil gezeigt, dass es eine potenzielle Gefährdung des Luftverkehrs mit der vollen Härte des Gesetzes ahndet.

Am 24. März 2018 war eine Gruppe von acht Männern in Manchester zu einem Junggesellenabschied nach Las Vegas aufgebrochen. Bevor sie an Bord des Airbus A330 von Thomas Cook-Fluges MT2924 in die Spieler-Metropole in Nevada gingen, besorgten sie sich im Duty-Free-Shop Wodka und Rum, von dem sie bereits zu Beginn des Fluges einen Teil konsumierten. Die Stimmung schlug schnell um und wurde aggressiv. Die Crew weigerte sich daraufhin, diesen Passagieren Alkohol auszuschenken. Versuche der Besatzung, die Gruppe zu beruhigen, zeigten keine Wirkung.

Acht Stunden reine Hölle

Die Mitglieder der Gruppe wurden im Laufe des Fluges und mit steigendem Alkoholkonsum immer aufdringlicher und warfen schließlich Wasserflaschen und andere Gegenstände auf mitreisende Passagiere. Die Crew wurde beschimpft und die weiblichen Flugbegleiterinnen begrapscht und übel beleidigt. Die Männer begannen auch, sich untereinander zu prügeln. Daraufhin entschloss sich die Besatzung, in Winnipeg in Kanada zu landen, was die Gruppe aber zunächst nicht beeindruckte. Da das Flugzeug noch zu schwer für eine Landung war, musste der Kapitän rund zehn Tonnen Treibstoff ablassen.

Nach der Landung kam die kanadische Polizei an Bord und führte die Männer in Handschellen ab. Die Männer wurden verhaftet und später auf Kosten der Fluggesellschaft Thomas Cook wieder nach Großbritannien ausgewiesen. Kosten für Thomas Cook: Über 29.000 britische Pfund. In Manchester fand nun der Prozess statt. Mitreisende Passagiere beschrieben den Flug als „acht Stunden reine Hölle“.

Vier der Männer wurden nun zu Gefängnisstrafen verurteilt, darunter auch der Bräutigam. Drei der Männer erhielten Strafen von jeweils zwei Jahren, ein vierter, der Reue zeigte und zugegeben hat, dass er getrunken und sich daneben benommen hatte, wurde zu 19 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Auf die Männer kommt nun noch ein Zivilprozess zu, da Thomas Cook die durch die Männer verursachten Kosten erstattet haben will.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

EASA wirbt mit Sunny Swift-Comics für Flugsicherheit

SSJ100 brennt nach Notlandung in Moskau aus

EASA gibt Safety Bulletin zu Fliegen unter Alkoholeinfluss heraus

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.