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Staatsbahnen sollen bei Alitalia einsteigen

Die Lufthansa hat kein Interesse an einer Übernahme der insolventen Alitalia unter den gegebenen Bedingungen, easyJet und Delta Air Lines können sich eine Übernahme vorstellen, aber die Regierung will sich über die italienischen Staatsbahnen ein erhebliches Mitspracherecht sichern.

5.11.2018

Die italienischen Staatsbahnen bieten auf die insolvente Alitalia im aktuellen Insolvenzverfahren. © V. K. Thomalla

Die Entscheidung über das Schicksal der insolventen italienischen Fluggesellschaft Alitalia wird immer weiter hinausgezögert. Eigentlich sollte bereits am 31. März dieses Jahres die Entscheidung gefallen sein, wer die Airline übernehmen soll. Dann wählte Italien eine neue Regierung, und man verschob die Entscheidung auf die Zeit nach der Wahl. Die Frist zur Angebotsabgabe endete nun am 31. Oktober, mit einer Entscheidung wird nun bis zum 15. Dezember gerechnet, denn an diesem Tag muss die Alitalia den Brückenkredit in Höhe von 900 Millionen Euro zurückgezahlt haben, den der italienische Staat ihr im Mai 2017 zur Fortsetzung des Flugbetriebs gewährt hatte.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat ein zuvor geäußertes Interesse der Kranich-Airline an der Alitalia bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen Ende Oktober eine klare Absage erteilt. „Eine Investition mit dem italienischen Staat oder einem Unternehmen in Staatsbesitz kommt für uns nicht in Frage“, sagte er in Frankfurt. Eine anders geartete Zusammenarbeit wollte er aber nicht ausschließen.

Neue Gesellschaft mit Partnern

Die italienische Regierung will eine neue Gesellschaft gründen, in der die Alitalia aufgehen soll. Der Staat will 15 Prozent der Anteile selbst halten, den Rest sollen die italienischen Staatsbahnen (Ferrovie delle Stato) sowie eine Fluggesellschaft und institutionelle Partner halten.

Im jetzigen Bieterverfahren haben allerdings nur US-Fluggesellschaft Delta Air Lines – die wie Alitalia Mitglied der Skiteam-Allianz ist – und die britische Billigfluggesellschaft easyJet ein verbindliches Angebot abgegeben. Alitalia steht unter Sonderverwaltung von drei Kommissaren. Die prüfen nun die Angebote, wobei die italienische Regierung klar gemacht hat, dass sie eine „rein italienische Lösung“ bevorzuge. Allerdings gibt es keinen italienischen Investor, der die Alitalia allein aus ihrer Insolvenz führen will.

Volker K. Thomalla

 

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