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AF066: Airbus A380 fliegt mit drei Triebwerken zurück

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine Sicherheitsanweisung für die GP7000-Triebwerke herausgegeben, die den Airbus A380 antreiben. Der in Goose Bay nach dem Verlust seines Triebwerks notgelandete Air France-Airbus wird mit drei funktionierenden Triebwerken nach Paris zurückgeflogen.

16.10.2017

Helikopter von Air Greenland haben Teile des GP7200 auf dem Eis in Grönland entdeckt. © BEA

Der Airbus A380 der Air France, der am 30. September in Goose Bay nach einem massiven Triebwerksschaden notgelandet war, wird nach Angaben der französischen Unfall-Untersuchungskommission BEA mit drei funktionierenden Triebwerken nach Europa zurückfliegen. Der beschädigte GP7200-Turbofan des Flugzeugs wird von dem Flugzeug mit dem Kennzeichen F-HPJE demontiert und nach Cardiff in Wales geflogen, wo GE Aircraft Engine Services ein Reparaturwerk für Triebwerke unterhält. Dort soll das beschädigte Aggregat weiter untersucht werden.

Das GP7200 kommt nach Cardiff zu GE

Der Airbus A380 soll nach Angaben der BEA zur weiteren Untersuchung und zur anschließenden Reparatur nach Frankreich geflogen werden. Für diesen Flug wird ein Ersatztriebwerk an den rechten äußeren Triebwerkpylon montiert. Allerdings wird dieses Triebwerk keinen Schub liefern, da es nur als Ausgleichsmasse am Flügel hängt und nicht an die Kontroll- und Steuersysteme angeschlossen ist. Für den Flug mit drei Triebwerken kommen besonders geschulte Kapitäne zum Einsatz, die genau dieses Szenario auch im Simulator bereits trainiert haben.

Das BEA und Air France haben keinen Zeitplan für den Rückflug veröffentlicht. Das BEA teilte lediglich mit, dass es aufgrund der komplexen Logistik Wochen dauern könnte, bevor der Airbus A380 wieder in Europa sein wird.

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat mittlerweile die dringende Sicherheitsanweisung (Emergency Airworthiness Directive EAD) 2017-21-51 für alle GP7270-, GP7272- und GP7277-Triebwerke veröffentlicht, die die visuelle Inspektion der Bläser-Welle des Triebwerks anordnet. Abhängig von der Zahl der Triebwerkszyklen sind verschiedene Zeiträume vorgesehen, in denen die Inspektionen erledigt sein müssen. Bei Triebwerken mit 3.500 und mehr Zyklen sind zwei Wochen vorgegeben, bei Triebwerken mit weniger als 2.000 Zyklen haben die Betreiber acht Wochen Zeit für die Inspektion.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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