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AF066: Erste Triebwerksteile auf dem Eis entdeckt

Durch der Auswertung des Flugdatenschreibers des Airbus A380 F-HPJE, der am Samstag in Goose Bay nach einem massiven Triebwerksschaden notgelandet ist, konnten die Ermittler den Ort des Zwischenfalls relativ gut eingrenzen. Eine Hubschrauberbesatzung der Air Greenland hat dort auch Teile des Triebwerks entdeckt.

5.10.2017

Helikopter von Air Greenland haben Teile des GP7200 auf dem Eis in Grönland entdeckt. © BEA

Die Ermittlungen zur Ursache des Triebwerksschadens des Air France-Fluges AF066 vom 30. September sind gleich mehrere Schritte vorangekommen. Zunächst hatten die beteiligten Länder Dänemark, Frankreich, Kanada und USA sich darüber verständigen müssen, wer die Unfalluntersuchung federführend leitet.

Eigentlich wäre dies die Rolle Dänemarks, denn über dessen Staatsgebiet hat sich der Zwischenfall ereignet. Kanada hatte Interesse gezeigt, die Ermittlungen zu leiten, da der Airbus A380 in Gosse Bay gelandet war und dort noch steht. Die USA waren an der Leitung interessiert, weil der Triebwerkshersteller Engine Alliance in den Vereinigten Staaten beheimatet ist, und Frankreich reklamierte die Leitung für sich, da das Flugzeug zu großen Teilen in Frankreich gebaut worden war, von einer französischen Airline betrieben wird und die Mehrzahl der Passagiere an Bord aus Frankreich stammen. Dänemark hat die Untersuchung dann an die französische Flugunfall-Untersuchungsbehörde BEA (Bureau d’Enquêtes et d’Analyses pour la sécurité de l’aviation civile) delegiert, welche wiederum sowohl von Airbus als auch vom Triebwerkshersteller unterstützt wird.

Das BEA leitet die Ermittlungen zu AF066

Ein BEA-Team war schon am 1. Oktober in Goose Bay eingetroffen. Durch die Auswertung des Flugdatenschreibers des Airbus A380 konnten die Ermittler den Ort des Zwischenfalls recht gut eingrenzen, gab das BEA heute bekannt. Im Auftrag des Danish Accident Investigation Board hat ein Hubschrauber der Air Greenland das Gebiet rund 150 Kilometer südöstlich der Siedlung Paamiut an der Westküste Grönlands überflogen. Die Helikopter-Besatzung hat bei ihrem Erkundungsflug auch Teile des Triebwerks auf dem Eis entdeckt und die Stelle markiert. Die Gegend ist ein mit Eis bedecktes Ödland. Das BEA ist nach eigenen Angaben mit den dänischen Ermittlern in Kontakt, um die Triebwerksteile zu bergen.

 

Die Analyse der Daten des Flugdatenschreibers wird in den Laboren des BEA fortgesetzt. Die Datenspeicher des GP7200 werden beim Hersteller in den Vereinigten Staaten ausgelesen und analysiert. Das BEA gab weiterhin bekannt, dass alle Unfalluntersucher der Behörde, die in Goose Bay und in Ottawa waren, am 5. Oktober den Heimweg angetreten haben. 

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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