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airberlin-Piloten sorgen für Chaos im Flugbetrieb

Die insolvente airberlin wird von einer überraschenden Krankheitswelle des Cockpitpersonals heimgesucht. Nachdem am Dienstag rund zehn Prozent der Piloten krankheitsbedingt nicht zum Dienst erschienen waren, musste die insolvente Airline über 100 Flüge streichen. 

13.09.2017

airberlin-Flugzeuge blieben wegen der gehäuften Krankmeldungen von Piloten am Dienstag am Boden. © V. K. Thomalla

Die gestern ausgebrochene, streikähnliche Krankheitswelle bei Piloten der airberlin hat gestern zu einem Chaos auf verschiedenen Flughäfen geführt, da die Fluggesellschaft 164 Flüge annullieren musste. Rund 200 Kapitäne und Erste Offiziere hatten sich krank gemeldet. Besonders Berlin-Tegel und Düsseldorf waren von den Flugstreichungen betroffen. Rund 14.000 Passagiere konnten nicht wie gebucht befördert werden.

Am heutigen Mittwoch hat airberlin bereits morgens schon 32 Flüge gestrichen. Auch die Eurowings war betroffen, da sie airberlin-Flugzeuge im Wet-Lease betreibt. Allerdings hielten sich die Flugausfälle bei Eurowings in überschaubaren Grenzen.

Flugausfälle führen zu Mehrkosten

Thomas Winkelmann, der Vorstandsvorsitzende der Fluggesellschaft, schrieb in einem internen Brief an die Mitarbeiter: „Wir laufen massiv Gefahr, den Investorenprozess, den wir mit der Insolvenz in Eigenverwaltung begonnen haben, nicht mehr zu einem möglichst positiven Ende führen zu können.“ Die gestrigen Flugausfälle allein haben bei der Airline zu Mehrkosten von geschätzt vier Millionen Euro und zu einer weiteren Erosion des Vertrauens bei den Passagieren in die Airline geführt. Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Cockpitcrews zur Rückkehr an den Arbeitsplatz aufgerufen. „Die Insolvenz von Air Berlin ist eine große Belastung für alle Mitarbeiter, vor allem auch wegen der Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Arbeitsplätze. Aber gerade deswegen ist es wichtig, den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrecht zu erhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen,“ sagte der Minister der „Bild“-Zeitung.

Die Turbulenzen im Flugbetrieb kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn Interessenten für airberlin haben noch bis zu diesem Freitag Zeit, ein qualifiziertes Interesse zu bekunden. Am 21. September soll eine Entscheidung darüber fallen, welche Bieter zum Zuge kommen werden.

Sollte das zuständige Amtsgericht Charlottenburg die Insolvenz in Eigenverwaltung in eine normale Insolvenz umwandeln, müsste airberlin sofort alle Flüge streichen und würde abgewickelt.

Volker K. Thomalla

 

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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