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Airbus hebt seine Prognose noch weiter an

Darüber, dass der Luftverkehr weiter wachsen wird, besteht Einigkeit. Die Frage ist allerdings, wie schnell und wie stark er wachsen wird. Airbus hat in seiner jetzt vorgestellten Prognose die Wachstumsaussichten noch einmal positiver beurteilt als vor einem Jahr. 

8.07.2018

Airbus prognostiziert ein weiteres Wachstum des Luftverkehrs und hat einen Bedarf von über 37.000 neuen Verkehrsflugzeugen errechnet. Das Foto zeigt Terminal 5A in London-Heathrow. © London Heathrow Airport

Die jetzt von Airbus in London vorgestellte Prognose (Global Market Forecast) für den Bedarf an Verkehrsflugzeugen für die nächsten 20 Jahre ist die optimistischste Bedarfsanalyse, die der Hersteller jemals veröffentlicht hat. Die Marktforscher sehen ein jährlich um 4,4 Prozent steigendes Verkehrsaufkommen weltweit, das einen Bedarf von 37.390 neuen Flugzeugen im Zeitraum 2018 bis 2037 zur Folge hat. Damit schätzt Airbus den Markt um noch einmal 2.500 Flugzeuge besser ein als im Global Markte Forecast 2017. Bis Ende 2037, so prognostiziert der Aerospace-Konzern, werde sich die weltweite Flotte von Passagierflugzeugen mehr als verdoppeln und die Zahl von 48.800 übersteigen. Der kumulierte Marktwert dieser Neuflugzeuge beträgt aus heutiger Sicht 5,8 Billionen US-Dollar (4,94 Billionen Euro).

Die heutige globale Verkehrsflugzeugflotte umfasst 21.453 Flugzeuge, darunter befinden sich 19.803 Passagierflugzeuge und 1.650 Frachter.

Neue Märkte für Narrowbodies

Die deutlich besseren Flugleistungen in Bezug auf Reichweite und Kapazität der neuesten Flugzeuggenerationen wie Airbus A320neo, Airbus A350 XWB, Boeing 737 MAX und Boeing 777-9 bieten Airlines die Flexibilität, neue Geschäftsgelegenheiten zu erschließen und gleichzeitig die Kosten weiter zu senken. Transatlantikflüge mit Narrowbodies boten vor zehn Jahren nur Nischencarrier an wie beispielsweise Icelandair oder All-Business-Class-Airlines wie Eos Airlines oder L’Avion. Heute gibt es schon eine hohe zweistellige Zahl an Transatlantikverbindungen von Low Cost Carriern mit Standardrumpf-Flugzeugen. Anbieter sind unter anderem Wow und Norwegian.

Narrowbodies wie diese 737 MAX 8 werden zunehmend auf Transatlantikstrecken eingesetzt. © Boeing

„Die Tendenz geht immer mehr dahin, Flugzeuge für ein breiteres Einsatzspektrum einzusetzen. Die heutigen leistungsfähigeren Flugzeuge lassen die Grenzen zwischen den Marktsegmenten zunehmend verschwimmen. Diese Entwicklungen haben uns zu einer neuen Einteilung der Flugzeuge in die Kategorien Small, Medium, Large und Extra-Large veranlasst. Diese Kategorien spiegeln die Art und Weise, wie Airlines ihre Flugzeuge betreiben, besser wider“, sagte Eric Schulz, Chief Commercial Officer von Airbus.

Die A350-1000 ist nach neuer Airbus-Klassifizierung im Segment Extra Large angesiedelt, da sie über eine hohe Kapazität und eine sehr große Reichweite verfügt. © A. Doumenjou/Airbus

Erwartungsgemäß ist die Kategorie Small das Marktsegment mit dem zahlenmäßig höchsten Bedarf. Airbus prognostiziert hier einen Bedarf von 28.550 neuen Flugzeugen in den nächsten beiden Jahrzehnten. Im Medium-Segment sehen die Marktforscher einen Bedarf von 5.480 neuen Jets, in der Kategorie Large 1.760 Flugzeuge und im Segment Extra Large, in dem Flugzeuge mit großer Reichweite und hoher Passagierkapazität angesiedelt sind, 1.590 Flugzeuge.

Die überwiegende Mehrheit der neuen Flugzeuge in allen Segmenten (26.540) werden für Wachstum benötigt, während nur rund 10.850 Neuflugzeuge von den Betreibern beschafft würden, um ältere Flugzeuge auszutauschen, sagt Airbus vorher.

Um diese Flugzeuge zu fliegen, benötigt die Luftverkehrsindustrie in den nächsten 20 Jahren 540.000 neue Piloten weltweit, da entspricht einem Durchschnitt von 27.000 neuen Piloten weltweit pro Jahr.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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