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Airbus passt A380- und A400M-Produktion an, 3.700 Mitarbeiter betroffen

Um die Absatzprobleme bei der A380 und die Verspätungen bei der A400M zu verkraften, hat Airbus beschlossen, die Fertigungskadenzen der beiden Programme auf ein für das Unternehmen vertretbares Minimum zu reduzieren. Bis zu 3.700 Mitarbeiter sind in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien davon direkt betroffen.

8.03.2018

Die A380-Endmontage findet in Toulouse statt, während die Kabinenausrüstung in Hamburg geschieht. © H. Goussé/Airbus

Airbus hat es geschafft, die A380 zumindest für die nächsten Jahre zu retten und die finanziellen Belastungen durch das A400M-Programm zu minimieren. Aber diese Rettung beinhaltet eine industrielle Reorganisation der beiden Programme. Bis zu 3.700 Mitarbeiter können von dieser Reorganisation betroffen sein, gab der Hersteller heute bekannt. Noch ist es unmöglich vorherzusagen, wie viele Mitarbeiter bei den Ausrüstungsunternehmen und anderen Zulieferern betroffen sein könnten, aber es drohen deutliche Konsequenzen in Form von Arbeitsplatzabbau und Umsatzeinbußen für alle Firmen, die den beiden Programmen zuarbeiten.

Sechs A380 und acht A400M pro Jahr

Dank der 20 A380-Festbestellungen von Emirates im Januar dieses Jahres kann das Programm bei niedriger Fertigunsgrate noch zehn Jahre laufen. Das gibt dem Hersteller Zeit, entweder die chinesischen Fluggesellschaften von den Qualitäten des Super Jumbos zu überzeugen und Bestellungen zu generieren oder aber eine Remotorisierung des Musters ins Auge zu fassen. Was die A400M betrifft, hat es Tom Enders geschafft, die Erstkundennationen Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien, Türkei, Belgien und Luxemburg zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen und damit an dieser Front Ruhe herrscht.

Diese Strategie erlaubt es Airbus, die Fertigungsfrequenz für den Militärtransporter zu reduzieren. Die gestern dem Europäischen Betriebsrat vorgestellten Planungen sehen ab 2020 eine Jahresproduktion von sechs Airbus A380 und acht Airbus A400M vor. Der Hersteller benötigt für diese niedrigen Fertigungszahlen nicht mehr so viele Mitarbeiter wie bisher. Er schätzt, dass bis zu 3.700 Mitarbeiter an den Standorten in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien nicht mehr benötigt werden. Das Unternehmen schreibt in einer Pressemitteilung: „Wie in der Vergangenheit bereits mehrfach erfolgreich demonstriert, geht Airbus mit allen Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen auf seine Mitarbeiter verantwortungsvoll um. Airbus ist zuversichtlich, den meisten der betroffenen Mitarbeiter in Programmen, die sich derzeit im Hochlauf befinden, neue Stellen innerhalb des Unternehmens anbieten zu können.“

Auswirkungen auf Zulieferer noch nicht abzusehen

Es ist in der Tat nicht das erste Mal, dass Airbus eine schwierige Phase zu überwinden hat. Es ist beim letzten Mal gelungen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Mit einer Beschäftigtenzahl von 129.000 und einem Umsatz von 67 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ist das Unternehmen solide aufgestellt. Dies wir sicher dabei helfen, Mitarbeiter in andere Unternehmensbereiche zu versetzen anstatt sie gehen zu lassen. „Airbus managt jedes Jahr eine Mobilitätsrate von zwölf Prozent und kann den Flexibilitätsgrad divisions- und funktionsübergreifend sowie über Tochtergesellschaften hinweg anpassen, um somit Personal auf andere Programmaktivitäten verlagern zu können“, heißt es vom Hersteller.

In jedem Fall machen sich die Spezialisten in der Endmontage der A400M in Spanien die größten Sorgen, denn in Sevilla sind – anders als etwa in Toulouse oder Hamburg – keine anderen Programme beheimatet, zu denen sie wechseln könnten.

Gil Roy

 

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Über Gil Roy

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Gil Roy hat Aerobuzz.fr 2009 gegründet. Er arbeitet seit 1981 hauptberuflich als Journalist. Sein Fachwissen in den Bereichen Allgemeine Luftfahrt, Luftverkehr und Nachhaltigkeit der Mobilität lassen ihn häufig als Autor in verschiedenen Fachpublikationen, aber auch in allgemeinen Medien (Air & Kosmos, l'Express, Aviasport...) erscheinen. Er ist Chefredakteur von Aerobuzz und Autor von sieben Büchern. Gil Roy hat den Literaturpreis des Aéro-Club de France erhalten und ist Träger der Médaille de l'Aéronautique.

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