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Airbus sieht Bedarf für 35.000 neue Flugzeuge

Airbus hat heute seine Marktprognose für die nächsten 20 Jahren vorgestellt. Das Unternehmen sieht einen weltweiten Bedarf von über 35.000 Verkehrsflugzeugen mit mehr als 100 Sitzen. Darin enthalten sind nur noch 730 fabrikneue Frachtflugzeuge.

9.06.2017

Das ungebrochene Wachstum des Passagierluftverkehrs führt zu einem weiter wachsenden Bedarf an Flugzeugen. © Paul Kaps

Die weltweite Flotte an Verkehrsflugzeugen mit mehr als 100 Sitzen wird sich innerhalb der nächsten 20 Jahre mehr als verdoppeln. Bei einem prognostizierten Verkehrswachstum von 4,4 Prozent jährlich wird es 2036 über 40.000 Verkehrsflugzeuge geben, so Airbus. Heute gibt es 20.500 Flugzeuge in dieser Kategorie. „Der Flugreisemarkt ist erstaunlich widerstandsfähig gegen externe Einflüsse und verdoppelt sich  ungefähr alle 15 Jahre“, sagte John Leahy, Chief Operating Officer – Customers bei Airbus.

Das größte Wachstum sehen die Marktforscher in China, Indien, dem restlichen Asien und Lateinamerika. China wird laut der Vorhersagen im Zeitraum bis 2036 zum weltgrößten Luftverkehrsmarkt aufsteigen. Die Wachstumsraten des Luftverkehrs in diesem Teil der Erde sollen fast doppelt so hoch sein wie die in den gesättigten Märkten in Europa und Nordamerika. Dementsprechend wird die Region Asien auch über 40 Prozent aller Neuflugzeuge aufnehmen. Europa wird 20 Prozent erhalten, Nordamerika nur noch 16 Prozent.

China wird innerhalb der nächsten 20 Jahre die USA als größten Luftverkehrsmarkt ablösen. © Paul Kaps

In seinem Global Market Forecast 2017 – 2036 sieht Airbus einen Bedarf an 35.000 neuen Verkehrsflugzeugen mit mehr als 100 Sitzen. Neben 34.170 Passagierflugzeugen sieht der Hersteller auch einen Bedarf an 730 Frachtflugzeugen. Der kumulierte Wert dieser Flugzeuge beträgt 5,3 Billionen US-Dollar. 60 Prozent der Neuflugzeuge werden gekauft, um zusätzliche Kapazität in den Markt zu bringen, 40 Prozent der prognostizierten Flugzeuge sind Ersatzflugzeuge für ältere und/oder unwirtschaftliche Maschinen, die ausgemustert werden.

Bedarf besteht auch für Airbus A380 und 747

Die Standardrumpfflugzeuge werden nach Ansicht der Marktforscher auch weiterhin zahlenmäßig dominieren. Über 70 Prozent beziehungsweise 24.810 Stück der neuen Flugzeuge entfallen aus heutiger Sicht auf diese Flugzeugklasse. Im Widebody-Segment erwarten die Forscher einen Bedarf von 10.100 Flugzeugen mit einem Gesamtwert von 2,9 Billionen US-Dollar. Innerhalb des Segments der Großraumflugzeuge sieht Airbus einen Bedarf an 1.410 sehr großen Flugzeugen, also Boeing 747 und Airbus A380. Der Verkehr mit Widebodies auf Kurzstrecken hat nach Beobachtung der Marktforscher in den letzten sechs Jahren um 26 Prozent zugenommen. Mehr und mehr Drehkreuzflughäfen haben keine Möglichkeit mehr, ihre Runway-Kapazitäten zu steigern und können Wachstum nur noch durch den Einsatz größerer Flugzeuge erzielen.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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