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Airbus testet automatische Starts mit einer A350-1000

Mit einer Automatisierung von Abläufen im Flugbetrieb kann der Luftverkehr zuverlässiger und sicherer gemacht werden, unabhängig von der Wettersituation. Airbus hat nun erste Tests mit einem System absolviert, bei dem Bilderkennungssensoren das Flugzeug auf der Centerline einer Piste halten und es bis zum Abheben automatisch beschleunigen.

17.01.2020

Das Rotieren hat der Autopilot eingeleitet und durchgeführt. Der Testpilot hatte seine Hand nur für den Notfall am Sidestick. © Airbus

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Airbus bereits im Dezember mit einem der Prototypen des Airbus A350-1000 in Toulouse eine neue Funktion des Autopiloten getestet, bei der das Flugzeug einen Start vollautomatisch durchführt, indem es der Pisten-Mittellinie folgt.

Die Piloten im Cockpit haben nur die Schubhebel nach vorne geschoben, das ATTOL-System hat die Pisten-Mittellinie (unten) erkannt und bei den korrekten Geschwindigkeiten das Abheben eingeleitet. © Airbus

Der erste Testflug fand nach Angaben des Herstellers am 18. Dezember statt. An Bord befanden sich während des viereinhalbstündigen Fluges neben zwei Piloten auch drei Testflugingenieure. Captain Yann Beaufils, der verantwortliche Luftfahrzeugführer bei den Testflügen, sagte: „Das Flugzeug hat sich während dieser bahnbrechenden Tests so verhalten, wie wir es erwartet haben. Während wir das Flugzeug auf der Piste ausgerichtet haben und auf die Freigabe durch die Flugsicherung gewartet haben, aktivierten wir den Autopiloten. Wir haben dann die Gashebel nach vorne in die Startstellung geschoben und das Flugzeug überwacht. Es begann zu rollen und hat automatisch bis zur zuvor eingegebenen Rotationsgeschwindigkeit beschleunigt und dabei die Pistenmittellinie gehalten. Die Flugzeugnase wurde dann automatisch mit dem erwarteten Anstellwinkel hochgenommen und ein paar Sekunden später flogen wir.“

Airbus hat die ersten automatischen Starts mit einem der A350-1000-Prototypen bereits im Dezember 2019 durchgeführt. © A. Doumenjou/Airbus

Um das Flugzeug exakt auf der Piste zu halten, nutzt Airbus beim Projekt ATTOL (Autonomous Taxi, Take-Off & Landing) nicht die Funknavigationssignale des Instrumentenlandesystems, sondern die Daten eines Bilderkennungssensors an Bord des Flugzeugs.

Als nächsten Schritt im ATTOL-Projekt will der Hersteller ab Mitte dieses Jahres das System auch nutzen, um automatische Landungen und das Rollen auf den Flughafen-Taxiways zu testen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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