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Airline-Sterben in Europa: Jetzt hat es BMI Regional erwischt

Eine weitere Airline hat in Europa die Segel gestrichen: BMI Regional hat den Weg zum Insolvenz-Richter angetreten. Die Regionalfluggesellschaft nennt neben den Belastungen durch die gestiegenen Treibstoffpreise auch die Unsicherheiten, die mit dem Brexit im Zusammenhang stehen.

17.02.2019

Embraer 145 von bmi Regional im Anflug auf London-Heathrow. © Adrian Pingstone

Das Airline-Sterben in Europa hat ein weiteres Opfer gefordert: Die 1987 gegründete, schottische Fluggesellschaft British Midland Regional Limited, hat mitgeteilt, dass sie mit sofortiger Wirkung ihren Flugbetrieb eingestellt und einen Insolvenzantrag gestellt hat. British Midland Regional Limited, die unter dem Markennamen flybmi flog, hat auch Strecken im Auftrag von anderen Airlines bedient. Flybmi hatte zuletzt mit 17 Regionaljets insgesamt 25 Strecken innerhalb Europas bedient. Nun wird sie als das erste Opfer im Zusammenhang mit dem Brexit in die Luftfahrtgeschichte eingehen.

Unsicherheiten durch den Brexit

Ein Sprecher von flybmi sagte: „Schweren Herzens müssen wir diese unabwendbare Mitteilung heute machen. Unsere Airline hat mehrere Probleme zu bewältigen gehabt. Unter anderem die hohen Treibstoffkosten, die Kosten für die CO2-Emissionen, die durch die Entscheidung der EU erhöht wurden, die Airlines des Vereinigten Königreichs von der vollständigen Teilnahme am Emissions Trading Scheme auszuschließen. Diese Punkte haben die Bemühungen, die Airline in die Profitabilität zu führen, unterminiert. Die derzeitigen und zukünftigen Aussichten wurden ebenso durch die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit ernsthaft beeinträchtigt. Das hat dazu geführt, dass wir nicht in der Lage waren, belastbare Flugverträge in Europa zu sichern. Zudem gibt es einen Vertrauensverlust in die Fähigkeit des Unternehmens, auch künftig Strecken zwischen europäischen Destinationen zu bedienen. Vor diesem Hintergrund war es für die Anteilseigner der Fluggesellschaft unmöglich, das Programm zur Finanzierung der Airline weiter aufrecht zu halten, obwohl sie in den letzten sechs Jahren insgesamt 40 Millionen Pfund investiert haben.“

BMI Regional hatte zuletzt 376 Mitarbeiter im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Schweden und Belgien beschäftigt. 2018 hat die Airline 29.000 Flüge durchgeführt und 522.000 Passagiere befördert. Die Airline empfiehlt Kunden, die ihre Tickets noch nicht abgeflogen haben, ihre Kreditkartenorganisationen oder ihre Reiseversicherungen zu kontaktieren. Kunden, die ihre Flybmi-Tickets über Lufthansa, Brussels Airlines oder eine andere Airline gebucht haben, sollten diese Airlines direkt kontaktieren. Flybmi sei nicht mehr in der Lage, den Kunden in irgendeiner Weise zu helfen, teilte das Unternehmen mit.
Die Insolvenz von Flybmi trifft unter anderem den Flughafen Rostock-Laage sehr hart, denn die Airline beflog die Linie München – Rostock und war nach der Pleite der Germania die einzige Fluggesellschaft, die den Flughafen noch im Liniendienst bediente.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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