Homepage » Luftverkehr » ATR hat seine Ziele für 2018 erreicht

Der französisch-italienische Regionalflugzeughersteller ATR hat seine Produktionszahlen für 2018 veröffentlicht. Das Unternehmen hat 76 Flugzeuge ausgeliefert und konnte seinen Umsatz stabil halten. Die Zahl der Festbestellungen hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert.

31.01.2019

Am 30. Oktober 2018 hat ATR das 1.500. Flugzeug seiner Firmengeschichte an Japan Air Commuter übergeben. © ATR

Zu den Highlights des vergangenen Jahres gehörten bei ATR auf jeden Fall zwei Meilensteine: Am 30. Oktober übergab der französisch-italienische Regionalflugzeug-Hersteller ATR das 1.500. Flugzeug seiner Firmengeschichte an die japanische Airline Japan Air Commuter. Nur wenige Woche zuvor hatte der Hersteller bereits das 1.000. Flugzeug des Typs ATR 72 an einen Kunden übergeben.

ATR-Flugzeuge

Auch sonst lief vieles, aber nicht alles, bei dem Unternehmen gut. Insgesamt hat ATR im vergangenen Jahr 76 Turbopop-Flugzeuge an Kunden übergeben. Das sind nur vier weniger als 2017. Im gleichen Zeitraum hat der Hersteller 52 feste Bestellungen entgegengenommen. Diese Zahl liegt allerdings deutlich unter der des Vorjahres, als der Hersteller noch 113 feste Bestellungen einfahren konnte. 20 der 2018 unterzeichneten Festbestellungen sind für die ATR 42-600, der Rest entfällt auf die größere ATR 72-600. Trotzdem konnte ATR einen Anteil von 62 Prozent an den Gesamtaufträgen des Jahres für diese Flugzeugklasse behaupten. Der Auftragsbestand bei ATR lag auch 2018 unverändert bei einem Volumen von drei Produktionsjahren. Der Umsatz lag nun schon im dritten Jahr hintereinander stabil bei 1,8 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden Euro).

Embargo gegen Iran Air

Einges Kopfzerbrechen hat dem Unternehmen allerdings der einseitige Ausstieg der USA aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran bereitet. Da die Vereinigten Staaten von Amerika daraufhin ein weitgehendes Embargo gegen den Iran in Kraft setzten, konnte der Hersteller trotz eines Kraftaktes nicht wie geplant, alle von Iran Air bestellten ATR 72-600 auch ausliefern. Deshalb musste er Kunden suchen und finden, die bereit waren, diese Flugzeuge anzunehmen. „Trost schwieriger Marktbedingungen ist es gelungen, alle Flugzeuge, die wir nicht an die Iran Air liefern konnten, auch neu zu platzieren“, teilte das Unternehmen mit.

Obwohl ATR-Flugzeuge schon global vertreten sind, konnte das Unternehmen 2018 drei neue Fluggesellschaften im Kreis der Betreiber begrüßen. Die US-Airline Silver,  Ewa Air aus Mayotte im Indischen Ozean und HAC aus Japan übernahmen 2018 ihre ersten ATR-Turboprop-Flugzeuge.

Die Prognose des Unternehmens für 2019 sieht positiv aus. Die Marktforscher des Unternehmens rechnen mit einem Bedarf an 3.000 neue Flugzeugen dieser Klasse zwischen heute und 2037. Bei einem gleichbleibenden Marktanteil von über 60 Prozent entspräche dies über 1.800 Flugzeugen, die der Hersteller in den nächsten 20 Jahren an Kunden ausliefern will.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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