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Berliner haben für den Weiterbetrieb von Tegel gestimmt

Am Sonntag haben die Berliner auch über den Weiterbetrieb des Berliner Flughafens Tegel abgestimmt. Das Ergebnis ist eindeutig: 56 Prozent der Berliner Wähler haben sich für die Offenhaltung von Berlin-Tegel ausgesprochen. 

25.09.2017

Die Berliner haben sich am 24. September 2017 mehrheitlich für eine Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel ausgesprochen. © Volker K. Thomalla

Das Abstimmungsergebnis des Volksentscheids vom 24. September in Berlin zur Zukunft des Flughafens Berlin-Tegel ist eine Klatsche für den Berliner Senat. Der hatte sich immer dezidiert für eine Schließung des Flughafens Tegel nach der Eröffnung des neuen Flughafens BER ausgesprochen. Das Ergebnis der Volksabstimmung, die parallel zu den Bundestagswahlen stattfand, ist allerdings für den Berliner Senat nicht bindend.

Am Donnerstag trifft sich das Berliner Abgeordnetenhaus zu seiner nächsten Plenarsitzung und wird das Ergebnis der Volksabstimmung diskutieren. Die Senatssprecherin Claudia Sünder sagte gegenüber der Berliner Zeitung: „Der Senat wird dem Ergebnis mit Respekt begegnen. Das hat er mehrmals bekräftigt, und das gilt“, so Sünder. „Das Ergebnis des Volksentscheids allein wird an der Rechtslage allerdings nichts ändern können.“ Danach sei es „unumgänglich“, dass Tegel spätestens sechs Monate nach der Inbetriebnahme des BER schließt.

Wachstum verschärft Kapazitätskrise

Schon seit Jahren hat unter anderem die German Business Aviation Association (GBAA) die Offenhaltung von Berlin-Tegel gefordert und belegt, dass bereits am Tag, an dem der BER eröffnet wird, eine Kapazitätslücke zwischen der Passagierkapazität von BER und der tatsächlichen Nachfrage besteht. Der BER ist für eine Kapazität von 22 Millionen Passagieren ausgelegt. Allein 2016 haben aber bereits 32,9 Millionen Passagiere die Berliner Flughäfen genutzt, und das Wachstum setzt sich weiter fort. Allein im August 2017 gab es gegenüber dem Vorjahresmonat 6,85 Prozent mehr Passagiere in Berlin.

Der Präsident der GBAA, Peter Gatz, hatte noch im Februar auf einer Pressekonferenz gesagt: „ In dieser Lage ist es aberwitzig, bestehende Kapazitäten aufzugeben und alle Beteiligten – Linienluftfahrt, Flugbereitschaft und Geschäftsluftfahrt – mit Provisorien abspeisen zu wollen. Nur ein Weiterbetrieb von TXL, und sei es in abgespeckter Form,  bietet als eine kurzfristig verfügbare und mittelfristig hilfreiche Lösung. Bei einer Halbierung des Flugverkehrs in Tegel bleibt genügend Platz, erste Teile einer ‚Urban Logistic City’ zu erstellen.“

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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