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Boeing empfiehlt Simulator-Training für die 737 MAX

Boeing hat eine Kehrtwende vollzogen und empfiehlt nun, dass 737 MAX-Crews künftig neben der Unterschiedsschulung auf dem Tablet auch auf dem Simulator praktische Erfahrung mit dem Muster machen sollen. Das letzte Wort über das künftige Training haben aber die Luftfahrtbehörden. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sie künftig auf ein verpflichtendes Simualtor-Training verzichten werden. 

8.01.2020

Boeing empfiehlt nun Simulator-Training für die Schulung von 737 MAX-Crews. © Volker K. Thomalla

Piloten mit einer Boeing 737 NG-Musterberechtigung konnten mit einem 59-minütigem Online-Kurs auf einem Tablet ihr Rating auf die 737 MAX erweitern. Bislang war es für diese Crews nicht notwendig, zur Unterschiedsschulung auch in einen Simulator zu gehen oder das echte Flugzeug zu fliegen. Boeing hatte diese Vorgehensweise in der Vergangenheit auch immer verteidigt.

Doch das hat sich geändert. Nach den beiden Abstürzen der 737 MAX in Indonesien und in Äthiopien war diese Praxis infrage gestellt worden, obwohl beide Narrowbody-Familien 737 NG und 737 MAX eine hohe Baugleichheit – auch im Cockpit – aufweisen.

Schulung am Tablet reicht nicht mehr aus

Nun hat der Interims-Hauptgeschäftsführer (CEO) von Boeing, Greg Smith, gesagt, Boeing empfehle zusätzlich zur Computer-basierten Unterschiedsschulung auch 737 MAX Simulator-Training für alle Piloten, bevor die 737 MAX wieder ihren Dienst aufnehmen kann.

„Diese Empfehlung berücksichtigt unsere uneingeschränkte Verpflichtung zur sicheren Rückkehr des Flugzeugs in den Flugbetrieb sowie Änderungen am Flugzeug und die abschließenden Testergebnisse. Die endgültige Entscheidung darüber wird von den Aufsichtsbehörden getroffen“, teilte Boeing gestern mit.

Smith betonte, dass Sicherheit die höchste Priorität bei Boeing habe. Das Vertrauen der Öffentlichkeit, der Kunden und Partner in die Boeing 737 MAX sei von entscheidender Bedeutung für das Unternehmen und deshalb habe Boeing sich entschieden, das 737 MAX Simulator-Training zusammen mit dem Computer-basierten Training für alle Piloten zu empfehlen, bevor die 737 MAX wieder in den Flugbetrieb zurückkehre.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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