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Bombardier macht aus der Q400 einen 90-Sitzer

90 statt 78 Sitze: Die kanadische Luftfahrtbehörde Transport Canada hat die maximal zulässige Passagierzahl an Bord der Bombardier Q400 auf 90 Sitze angehoben. Das fördert die Effizienz und senkt die Kosten pro Sitzplatz. Aber es reduziert eben noch einmal den Sitzabstand für die Passagiere.

3.08.2018

Die indische Fluggesellschaft SpiceJet hat bei Bombardier Aerospace 50 Turbo-Prop-Flugzeuge vom Typ Q400 bestellt. © Bombardier Aerospace

Im Februar 2016 auf der Singapore Airshow hatte Bombardier Aerospace angekündigt, die maximal zulässige Passagierzahl für das zweimotorige Turboprop-Flugzeug Q400 von 78 auf 90 zu heben. Am Mittwoch hat nun die kanadische Transportbehörde die 90-sitzige Version des bewährten Musters zugelassen. Erstkunde für den 90-Sitzer ist die indische Low Cost Airline Spice Jet, die im vergangenen Jahr 25 Q400 fest bestellt und für 25 weitere Kaufrechte erworben hat. Sie soll noch in diesem Jahr die erste Q400 mit 90 Passagiersitzen übernehmen, sagte Todd Young, Leiter des Q Series-Programms bei Bombardier Commercial Aircraft.

Der Druckspant wurde nach hinten verlegt

Die Erhöhung der Sitzplatzzahl war kein einfaches Unterfangen, denn einfach zwölf Sitze mehr in den bestehenden Rumpf zu quetschen, wäre nicht gegangen. Also hat Bombardier den hinteren Druckspant weiter nach hinten verlegt und die Galley in den Frachtraum verschoben. Der verlor dadurch 20 Prozent seines bisherigen Volumens. Zusätzlich musste auch die rechte vordere Tür angepasst werden. Außerdem müssen die Passagiere mit einem um einen Zoll reduzierten Sitzabstand leben. Er beträgt nun 28 Zoll, also 70,5 Zentimeter. Da mehr Passagiere auch mehr wiegen, hat Bombardier die maximal zulässige Nutzlast der 90-sitzigen Q400 um 900 Kilogramm angehoben.

„Wir sehen im Turboprop-Markt einen klaren Trend zu höheren Passagierzahlen pro Flug. Deswegen freuen wir uns sehr, unseren Kunden eine neue Konfiguration mit höherer Kapazität und 15 Prozent niedrigeren Sitzplatzkosten im Vergleich zur jetzigen Q400 anbieten zu können. Das gibt den Fluggesellschaften ein größeres Potenzial, aus dem sie Gewinn schlagen können“, sagte Young.  “Dieser Zulassungs-Meilenstein zeigt – einmal mehr – die einzigartige Flexibilität unserer Q400-Turbprop und unser weiterführendes Bekenntnis zur Fortentwicklung des Programms.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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