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Die havarierte Air France-A380 aus Goose Bay ist wieder zurück

Gestern Abend ist der havarierte Airbus A380 der Air France nach einem Überführungsflug ohne Passagiere auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle gelandet. Nach der Reparatur soll der Super Jumbo in den nächsten Wochen wieder im Liniendienst fliegen.

7.12.2017

Air France hat die bei einem schweren Zwischenfall über Grönland beschädigte A380 wieder nach Paris geflogen. © Air France

Der am 30. September bei einem schweren Zwischenfall über Grönland beschädigte Airbus A380 der Air France ist gestern Abend um 21.10 Uhr Ortszeit mit der Flugnummer AF371V wieder auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle gelandet.

Am 30. September hatten sich im Flug über Grönland Teile des äußerst rechten GP7200-Triebwerks gelöst. Der Fan und große Teile der Triebwerksverkleidung waren abgefallen. Ein Bergungsteam fand viele der Teile Tage später bei einer Suchaktion auf dem Eis in Grönland und konnte sie bergen, bevor Schneefall sie bedeckte.

Notlandung in Goose Bay

Der Airbus A380 mit dem Kennzeichen F-HPJE hatte nach dem Zwischenfall einen Notfall erklärt und war nach Goose Bay in Kanada weitergeflogen, wo er eine Notlandung absolvierte. Bei dem Unfall des Fluges AF066 waren keine Menschen zu Schaden gekommen. Unfallermittler der französischen Unfall-Untersuchungsbehörde BEA untersuchen im Auftrag der dänischen Unfalluntersucher, wie es zu dieser massiven Beschädigung des GP7200-Turbofans kommen konnte.

Bei einem schweren Zwischenfall hat ein Airbus A380 der Air France über Grönland Teile des Triebwerks verloren. © Chris

In der letzten Novemberwoche hatte eine gecharterte Antonow An-124 ein Ersatztriebwerk nach Goose Bay geflogen und auf dem Rückflug das beschädigte Triebwerk mitgenommen. Es wird nun in Cardiff untersucht.

Ersatztriebwerk diente nur als Gegengewicht

Das Ersatztriebwerk des Airbus A380 wurde in Goose Bay montiert und in Standläufen am Boden getestet. Anders als ursprünglich geplant, konnte der Airbus A380 alle vier Triebwerke für den Rückflug nutzen, bestätigte Air France. Gestern herrschten die notwendigen meteorologischen Bedingungen für den Rückflug nach Frankreich. Die Besatzung startete auf der mit 3.367 Metern längsten Piste 26/08 des kanadischen Militärflugplatzes Goose Bay in Richtung Südwesten, um nach dem Start auf direktem Kurs nach Paris einzudrehen. Der Flug verliert ereignislos, der Vierstrahler stieg auf seine normale Reiseflughöhe von 41.000 Fuß und landete nach einer Flugzeit von 4:53 h auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle.

Dort wurde er von einer Wartungsmannschaft der Airline in Empfang genommen. Die Maintenance-Crew wird nun die beschädigten – und nicht in Goose Bay reparierten Teile – austauschen und notwendige Inspektionen durchführen. Air France schätzt, dass die F-HPJE in den ersten Wochen des neuen Jahres wieder in den Liniendienst gehen kann.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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