Homepage » Luftverkehr » Die Luftfracht trotzt der Coronakrise

Die Luftfracht trotzt der Coronakrise

Noch Ende 2019 haben die Luftfrachtgesellschaften für 2020 einen Rückgang des Frachtaufkommens prognostiziert und begonnen, Kapazitäten schneller anzubauen als geplant. Nun ist das Segment Air Cargo der einzige Lichtblick des Luftverkehrs in der Coronakrise.

31.03.2020

Boeing 777F der FedEx Express bei der Landung auf dem Flughafen Köln/Bonn. © Volker K. Thomalla

Die aktuellen Verkehrszahlen von Eurocontrol zeigen unbarmherzig das Ausmaß der Coronakrise für den Luftverkehr: Im Luftraum, den die multinationale Flugsicherungsorganisation Eurocontrol kontrolliert, wurden am 28. März 87 Prozent weniger Flüge kontrolliert als im langjährigen Mittel.

Billigflieger sind verschwunden

Besonders hart getroffen wurde das bisher von Erfolgsnachrichten verwöhnte Segment der Billigfluggesellschaften. Hier sank das Verkehrsaufkommen im Vergleich zum 28. März des Vorjahres um 96 Prozent. Bei diesem Wert handelt es sich zwar um eine Einzelbetrachtung eines einzigen Tages, wenn man sich aber den Trend anschaut, ist dieser Tag der Tiefpunkt einer Entwicklung seit Beginn der Coronakrise. Mit den angekündigten Flottenstilllegungen von easyJet und Ryanair wird der Wert in den nächsten Tagen sogar noch weiter sinken.

Der Passagierluftverkehr in den Eurocontrol-Staaten ist weitgehend zum Erliegen gekommen, während das Aufkommen an Frachtflügen lediglich um 2,0 Prozent zurückgegangen ist. © Eurocontrol

Unbeeindruckt von der Krise zeigt sich jedoch der Frachtflugverkehr. Da die Frachtkapazität der Passagierflugzeuge nun fehlt, ist die Auslastung der Frachtflugzeuge gestiegen. Die Zahl der täglich durchgeführten Flüge ist trotz aller Reisebeschränkungen um lediglich 2,0 Prozent gesunken. Dies ist wenig verwunderlich, denn dringend benötigte medizinische Versorgungsgüter wie Masken und Schutzkittel müssen von den Herstellerbetrieben – die nicht selten in Asien beheimatet sind – zu den Nutzern in Europa (und anderen Regionen der Erde) gebracht werden. Schiffstransporte eignen sich dafür nicht, da die Schiffe viele Wochen unterwegs wären, während die Masken und Schutzkleidungen hier dringend benötigt werden.

Aber nicht nur medizinisch dringend benötigte Versorgungsgüter werden derzeit geflogen. Fabriken, die noch produzieren und Teile von Zulieferern erhalten, sind auf die Luftfracht angewiesen. Außerdem steigen die Verkäufe über das Internet derzeit steil in die Höhe, und viele der bestellten Waren kommen per Luftfracht zu uns.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

American hat erstmalig seit 1984 einen Cargo-Flug durchgeführt

Der erste Airbus A321P2F-Umbaufrachter ist geflogen

Neue Airline: CargoLogic Germany wartet auf grünes Licht

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.