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easyJet beantragt AOC in Österreich

Die britische Discount-Airline easyJet hat bei der österreichischen Luftfahrtbehörde Austro Control eine Betriebserlaubnis (AOC) beantragt. Damit schafft sich die Fluggesellschaft Optionen für den Fall, dass es zu einem harten Brexit kommt. 

18.07.2017

easyJet hat eine Betriebserlaubnis bei Austro Control beantragt, um Optionen zu haben, sollte es zu einem harten Brexit kommen. © easyJet

Eine Fluggesellschaft mit einem Air Operator Certificate (AOC) eines EU-Staates hat das Recht, innerhalb der Europäischen Union von jedem beliebigen geeigneten Flughafen aus zu starten. Nicht-EU-Airlines brauchen dagegen eine Genehmigung auf der Grundlage eines zwischenstaatlichen Vertrages. Sie erhalten auch keine Kabotage-Rechte, das heißt, sie dürfen in der Regel keine zahlenden Passagiere innerhalb eines EU-Staates oder zwischen zwei EU-Staaten transportieren.

Mit dem von der britischen Premierministerin Theresa May auf den Weg gebrachten EU-Austritt Großbritanniens sehen britische Airlines und andere AOC-Inhaber gespannt auf den Verlauf der Austrittsverhandlungen zwischen der EU und Großbritannien. Kommt es nämlich im März 2019 zu einem harten Brexit ohne eine Einigung im Luftverkehr, verlieren am Tag des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs alle britischen AOC-Inhaber das Recht, Passagiere innerhalb der EU zu transportieren.

Handlungsoptionen durch easyJet Europe

Die britische easyJet ist deshalb aktiv geworden und hat Anfang dieses Jahres einen Antrag auf Erteilung eines AOC bei der Austro Control in Österreich gestellt. Außerdem hat sie um eine Betriebsbewilligung beim österreichischen Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) nachgesucht. Werden beide Anträge genehmigt – wovon auszugehen ist –, könnte easyJet eine neue Fluggesellschaft easyJet Europe gründen und auch weiterhin Flüge innerhalb der EU anbieten. Ein harter Brexit würde die Airline also nicht beeinträchtigen. Sie müsste lediglich die Flugzeuge und Besatzungen, die innerhalb der EU fliegen sollen, in die neue Gesellschaft überführen. Durch die Anträge hat easyJet mehr Handlungsoptionen für den Fall eines harten Brexits.

Die Fluggesellschaft begründete den Zeitpunkt der Veröffentlichung damit, dass der AOC-Zulassungsprozess nun Updates von Sicherheitssystemen und -prozessen notwendig macht, bei denen der zuständige Regulator sichtbar wird. Man habe sich für Austro Control entschieden, weil man bestrebt war, den besten Partner für easyJet zu finden, so das Unternehmen.

Durch die Gründung von easyJet Europe wird die easyJet plc zu einer paneuropäischen Airline-Gruppe mit drei Fluggesellschaften in Großbritannien, Österreich und der Schweiz.

Die Airline betreibt derzeit rund 100 Flugzeuge und 4.000 Mitarbeiter in sechs der 28 EU-Mitgliedstaaten. In Österreich ist die Fluglinie seit elf Jahren tätig.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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