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Emirates-Auftrag rettet die A380 – wenigstens ein wenig

Airbus hat nach einer jahrelangen Durststrecke wieder einen Auftrag für sein größtes Flugzeug, die A380, erhalten. Emirates hat heute in Dubai ein MoU über die Beschaffung von 36 zusätzlichen Airbus A380 unterschrieben.

18.01.2018

Emirates hat mit einer Bestellung von 36 Exemplaren die lange Durststrecke von A380-Aufträgen beendet. © Emirates

Es war eine der letzten Dienstreisen des am Ende des Monats aus dem Amt scheidenden John Leahy, Chief Operating Officer Customers bei Airbus Commercial Aircraft, und es war eine seiner erfolgreichsten. Im Firmensitz von Emirates in Dubai unterzeichnete heute seine Hoheit, Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum, Vorstandsvorsitzender und Hauptgeschäftsführer (CEO) sowohl der Emirates Airline als auch der Emirates Group, eine Vereinbarung mit Airbus über den Kauf von 36 weiteren A380.

Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum, Vorstandsvorsitzender und Hauptgeschäftsführer von Emirates Airline und Group, und John Leahy, Chief Operating Officer Customers bei Airbus Commercial Aircraft, unterzeichnen das MoU über 36 A380. © Airbus

Damit hat das Programm des größten Verkehrsflugzeugs der Welt nach einer jahrelangen Pause wieder Aufträge für sich verbuchen können. Den letzten Auftrag für die A380 hatte zuvor die japanische All Nippon Airways (ANA) im Januar 2016 unterzeichnet.

A380-Produktionsrate wird reduziert

Aufgrund des austrocknenden Auftragsbuchs hatte Airbus angekündigt, die Produktionsrate des Musters in den nächsten drei Jahren auf nur noch sechs Exemplare pro Jahr zu halbieren. Airbus hatte am 31. Dezember 2017 feste Bestellungen über 317 A380 vorliegen. 222 dieser Aufträge waren bereits abgearbeitet, so dass der Auftragsbestand vor dem heutigen MoU auf 95 Exemplare gesunken war.

John Leahy sagte nach der Vertragsunterzeichnung: „Ich möchte Emirates, Seiner Hoheit Scheich Ahmed, Tim Clark und Adel Al-Redha für ihre anhaltende Unterstützung der A380 danken. Das Flugzeug hat seit 2008 enorm zum Wachstum von Emirates beigetragen, und wir sind sehr erfreut darüber, dass es dies auch weiterhin tun wird. Diese Bestellung bekräftigt das Engagement von Airbus, den Airbus A380 für mindestens zehn weitere Jahre zu produzieren. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass weitere Bestellungen dem Beispiel von Emirates folgen werden und dieses großartige Flugzeug bis weit in die 2030er Jahre hinein gebaut werden wird.“

Einige A380 dienen als Ersatzflugzeuge

Scheich Ahmed sagte: „Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass die A380 ein Erfolg für Emirates war und ist. Unsere Kunden lieben das Flugzeug, wir können es in unserem Streckennetz unterschiedlich einsetzen und sind flexibel in Bezug auf Reichweite und Passagier-Mix. Einige der A380, die wir jetzt neu bestellt haben, werden als Flottenersatz genutzt.“

Er ließ aber keinen Zweifel darüber aufkommen, dass er von Airbus erwartet, dass der Hersteller das Flugzeug weiter optimiert. Er drückte seine Forderung diplomatisch aus: „Mit der Bestellung wird die Stabilität des A380-Programms sichergestellt. Wir werden weiterhin eng mit Airbus zusammenarbeiten und das Flugzeug und dessen Bordprodukt weiter optimieren, um unseren Kunden die bestmögliche Flugerfahrung bieten können. Das Schöne an der A380 ist, dass uns die Technologie und das Platzangebot an Bord viele Gestaltungsmöglichkeiten für ein innovatives Kabinenprodukt bieten.“

Die Grundsatzvereinbarung (Memorandum of Understanding MoU) mit Emirates umfasst feste Bestellungen für 20 A380 und Optionen für weitere 16 Exemplare. Der Auftragswert des MoU beträgt nach Listenpreis rund 16 Milliarden US-Dollar. Emirates hatte bislang 142 Festbestellungen für das Muster abgegeben. Mit diesem Auftrag steigt die Zahl auf 162, und die Gesamtzahl der festen A380-Aufträge auf 337. Der Auftrag verschafft Airbus dringend benötigte Zeit, das Flugzeug zu verbessern und sich um weitere Kunden zu bemühen. Der heutige Auftrag ist ein wichtiger Meilenstein im Programm, in die Zukunft hinübergerettet ist die A380-Produktion mit dieser Bestellung jedoch noch nicht.

Bob Fischer/Volker K. Thomalla

 

Auftragsbestand A380

31. Dezember 2017

Air Accord3
Air France10
All Nippon Airways3
Amedeo20
Asiana Airlines6
British Airways12
China Southern5
Emirates142
Etihad10
Korean Airlines10
Lufthansa14
Malaysia Airlines6
Qantas Airways20
Qatar Airways10
Singapore Airlines24
Thai Airways International6
Ungenannt10
Virgin Atlatic6
Summe317

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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