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Emirates setzt Passagierflüge aus und kürzt die Gehälter

Emirates groundet einen Großteil seiner Flotte. Die Frachtflüge werden jedoch unverändert fortgesetzt, um den weltweiten Transport von lebenswichtigen Gütern und medizinischem Versorgungsmaterial zu gewährleisten. Die Mitarbeiter werden drei Monate lang weniger Gehalt bekommen.

23.03.2020

Emirates reduziert die internationalen Flugverbindungen dramatisch und setzt, wo es möglich ist, kleineres Fluggerät ein. © Volker K. Thomalla

Angesichts der grassierenden Coronavirus-Pandemie (Covid-19) streicht die in Dubai beheimatete Fluggesellschaft Emirates ab dem 25. März ihre Passagierflüge auf ein minimales Notprogramm zusammen. Die Frachtflüge mit den elf Boeing 777-Fachtern sollen jedoch ohne Einschränkung weiter stattfinden. Emirates betreibt derzeit eine Flotte von 269 Flugzeugen, darunter 114 Airbus A380.

Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum, der Vorsitzende und Chief Executive der Emirates Group, sagte: „Die Welt ist wegen des COVID-19-Ausbruchs buchstäblich unter Quarantäne gestellt worden. Es handelt sich um eine Krisensituation von bisher ungekannter Trag- und Reichweite: sowohl geographisch als auch aus gesundheitlicher, sozialer und wirtschaftlicher Sicht. Bis Januar 2020 hat die Emirates Group in Hinblick auf unsere Ziele für das laufende Geschäftsjahr gut abgeschnitten. Aber Covid-19 hat all das in den letzten sechs Wochen zu einem plötzlichen und schmerzhaften Stillstand gebracht. Als Fluggesellschaft mit einem globalen Streckennetz befinden wir uns in einer Situation, in der wir den Passagierverkehr erst dann erneut rentabel betreiben können, wenn die Länder ihre Grenzen wieder öffnen und das Vertrauen in das Reisen zurückkehrt. Ab Mittwoch, dem 25. März, werden wir zwar weiterhin unsere Frachterflüge durchführen, die nach wie vor ausgelastet sind – den Passagierverkehr wird Emirates zu diesem Zeitpunkt jedoch zum größten Teil vorübergehend eingestellt haben.“

Die Airbus A380 der Emirates bleiben nachfragebedingt am Boden, dafür kommen auf den wenigen verbleibenden Strecken nun Boeing 777 zum Einsatz. © V K. Thomalla

Emirates wird den Linienverkehr zu Ländern, die keine Reisebeschränkungen erlassen haben, aufrecht erhalten, wenn auch in einem Maße, das der Nachfrage entspricht. Zusätzlich wird die Airline auch im Regierungsauftrag Rückholflüge von gestrandeten Reisenden anbieten. Man beobachte die Situation aufmerksam und werde auf weitere Entwicklungen auch kurzfristig reagieren.

Tim Clark verzichtet auf sein Gehalt

„Die Emirates Group verfügt über eine starke Bilanz und eine beträchtliche Barliquidität, und wir können und werden mit angemessenen und rechtzeitigen Maßnahmen eine längere Zeit mit reduzierten Flugplänen überstehen, damit wir angemessen auf die Rückkehr zur Normalität vorbereitet sind“, sagte Scheich Ahmed. Um den Cashflow stabil zu halten, bietet die Airline ihren Mitarbeitern an, unbezahlten oder bezahlten Urlaub zu nehmen. Auch geht die Fluggesellschaft an die Gehälter ihrer Angestellten: Emirates-Präsident Tim Clark wird in den nächsten drei Monaten komplett auf sein Gehalt verzichten. Der Mehrheit der Mitarbeiter der Emirates Group wird das Grundgehalt zwischen 25 und 50 Prozent gekürzt, wobei Angestellte auf dem Junior-Level von der Gehaltskürzung ausgenommen sind.

„Anstatt die Mitarbeiter aufzufordern, das Unternehmen zu verlassen, haben wir uns für eine vorübergehende Kürzung des Grundgehalts entschieden, da wir unsere Belegschaft schützen und unsere talentierten und qualifizierten Mitarbeiter so weit wie möglich halten wollen. Wir wollen einen Stellenabbau vermeiden. Wenn die Nachfrage wieder anzieht, wollen wir dann auch in der Lage sein, die Dienstleistungen für unsere Kunden schnell wieder aufzunehmen“, begründete Scheich Ahmed die Maßnahme.
Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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