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Erstflug: A330neo wieder in Toulouse gelandet

Das erste Exemplar des Airbus A330neo ist nach seinem Erstflug um 14.09 Uhr Ortszeit wieder in Toulouse-Blagnac gelandet. Es ist das erste von drei Testflugzeugen, die das Erprobungs- und Zulassungsprogramm für das Muster bestreiten.

19.10.2017

Der Airbus A330neo hat am 19. Oktober 2017 seinen Erstflug absolviert. Er war dabei vier Stunden und 13 Minuten in der Luft. © H. Goussé/Airbus

Der Airbus A330-900 mit dem Kennzeichen F-WTTN ist das erste Exemplar der A330neo-Familie, die aus den Mustern A330-800 und A330-900 bestehen wird. Er absolvierte heute seinen Erstflug vom südfranzösischen Flughafen Toulouse-Blagnac aus. Er startete um 09.57 Uhr Ortszeit und landete um 14.12 Uhr Ortszeit wieder auf der Piste 32L in Toulouse.

Beim Erstflug bestand die Besatzung aus sechs Mitgliedern: Neben den beiden Testpiloten Thierry Bourget und Thomas Wilhelm saß auch Alain Pourchet als Testflugingenieur auf dem Jumpseat im Cockpit. An den Monitoren der Messinstrumente in der Kabine saßen beim Jungfernflug die Flugversuchsingenieure Jean-Philippe Cottet, Emiliano Requena Esteban sowie Gert Wunderlich.

Airbus COO Fabrice Brégier (Mitte) applaudiert nach dem gelungenen Start des Erstflugs der A330neo am 19. Oktober 2017. © C. Sadonnet/Airbus

Bei Start hatten die Flugtestingenieure das Flugzeug in den „Direct Law-Modus“ geschaltet, den niedrigsten Level der Computerunterstützung bei der Flugsteuerung. In diesem Modus werden die Steuereingaben der Piloten ungefiltert an die Steuerflächen des Flugzeugs weitergegeben. Eine automatische Trimmung steht bei diesem Modus der Flugsteuerung nicht zur Verfügung. Im Direct Law greift der Computer bei zu hohen oder zu niedrigen Geschwindigkeiten ebenfalls nicht ein, allerdings gibt es in diesen Fällen akustische Warnungen.

Beim Erstflug stiegen die Piloten zunächst auf eine Flughöhe von 10.000 Fuß, um dort die grundsätzlichen Eigenschaften des Flugzeugs zu überprüfen. Dies dauerte rund eineinhalb Stunden. Dann stiegen sie für eine halbe Stunde auf 20.000 Fuß und überprüften dabei die Bordsysteme. Danach setzten sie den Steigflug auf 30.000 Fuß fort, um den Flugbereich des Flugzeugs weiter zu eröffnen. Dort blieben sie etwa eine Stunde, bevor sie den Sinkflug nach Toulouse einleiteten. Während des Sinkflug testeten sie das Verhalten des Flugzeugs und seiner Systeme in Anflug- und Landekonfiguration. Zunächst überflogen sie die Piste des Flughafens Toulouse, um dann nach einer erweiterten Platzrunde um 14.12 Uhr auf der Runway 32L zu landen, wo sie von Airbus-Mitarbeitern, dem Management und Medienvertretern empfangen wurden.

Zulassung ist für 2018 angestrebt

Obwohl die Zulassung der A330neo auf der Zertifizierung der A330 aufbaut, sind nach Herstellerschätzung noch rund 1.400 Flugversuchsstunden vor der Zulassung des Musters zu absolvieren. 1.100 Stunden entfallen dabei auf die erste zuzulassende Version A330-900, 300 Stunden auf die kürzere Version A330-800. Airbus wird dazu insgesamt drei Flugzeuge einsetzen. Der Hersteller plant, sowohl die amerikanische FAA- als auch die europäische EASA-Zulassung für die A330-900 Mitte 2018 zu erhalten. Die Zertifizierung der A330-800 soll 2019 erfolgen.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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