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EU verabschiedet neue Regeln zur mentalen Fitness von Piloten

In der Folge des Germanwings-Absturzes im März 2015 hat die Europäische Union nun neue Sicherheitsvorschriften erlassen, die auch die mentale Fitness von Piloten berücksichtigen. Dazu gehört auch ein verpflichtendes psychologisches Assessment vor einer Anstellung.

30.07.2018

Der Absturz eines Airbus A320 der Germanwings in den französischen Alpen im März 2015 führte zur Schaffung von neuen Sicherheitsvorschriften für fliegendes Personal in Europa. © Volker K. Thomalla

Am 25. Juli hat die Europäische Union neue Sicherheitsvorschriften für Luftfahrtunternehmen veröffentlicht, die sich auch mit der mentalen Fitness von Piloten befasst. Dieser Punkt war nach Absturz des Germanwings-Fluges 4U 9525 in den Fokus gelangt. Der Absturz des Airbus A320 wurde nach Erkenntnis der Flugunfall-Untersuchungskommission seinerzeit vom Copiloten bewusst und in suizidaler Absicht herbeigeführt. Damals starben 150 Menschen.

Die neuen Regelungen beinhalten mehrere Sicherheitsinitiativen:

  • Alle Piloten, die für eine europäische Fluggesellschaft arbeiten, werden Zugang zu einem Unterstützungsprogramm erhalten, das ihnen dabei helfen soll, Probleme, die ihre Fähigkeit zu fliegen beeinflusst, zu erkennen, mit ihnen umzugehen und sie zu bewältigen.
  • Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen verpflichtende stichprobenartige Alkoholtests für Piloten und Flugbegleiter eingeführt werden.
  • Europäische Airlines müssen eine psychologische Beurteilung von ihren Piloten erstellen, bevor diese angestellt werden.

EASA begrüßt die EU-Vorschrift

Patrick Ky, der Executive Director der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA, sagte zur Einführung der neuen Vorschriften: „Diese neuen europäischen Regeln nehmen die Vorschläge der EASA auf, die sie als Folge des Unfalls des Germanwings-Fluges 9525, zeitnah nach Beratungen mit der Luftfahrt-Community  gemacht hatte. Mit diesen Regeln stellt Europa die richtigen Instrumente zur Verfügung, um die mentale Fitness der Flugzeugbesatzungen zu gewährleisten. Während der zweijährigen Übergangszeit wird die EASA die europäischen und internationalen Akteuere bei der Umsetzung dieser neuen Verordnung aktiv unterstützten. Im Rahmen des Gesamtsystem-Ansatzes ergänzen die neuen Vorschriften (die sogenannten Air OPS-Durchführungsbestimmungen) die im August 2016 veröffentlichten EASA-Vorschläge zur Aktualisierung der medizinischen Anforderungen für Piloten (Part-MED).“ 

Die Europäische Union hat neue Regeln zur mentalen Fitness von Flugzeugbesatzungen verabschiedet. © Volker K. Thomalla

Der Generalsekretär der European Cockpit Association (ECA) Philip von Schöppenthau wird von dem Online-Newsdienst Aviation International News (AIN) mit den Worten zitiert, dass der Verband die neuen EASA Sicherheitsvorschriften voll unterstützt und hofft, dass sie in gleichförmiger und konsequenter Art und Weise überall in Europa eingeführt werden.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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