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Eurowings hat das 77. Flugzeug von Air Berlin übernommen

Es war eine Mammutaufgabe, die mit der Übernahme des letzten Flugzeugs von der Air Berlin heute ihren vorläufigen Abschluss gefunden hat. Eurowings hat heute das 77. Flugzeug seit der Pleite von Air Berlin offiziell übernommen. Das rapide Flottenwachstum der Eurowings verlief allerdings nicht ohne Probleme.

27.08.2018

Eurowings hat seit der Pleite von Air Berlin 77 Flugzeuge in die Flotte aufgenommen. Dieser Airbus A320-200 kam im Januar 2017 als Neuflugzeug zur Lufthansa-Tochter. © Volker K. Thomalla

Die Lufthansa-Billigtochter Eurowings übernimmt heute das 77. und letzte Flugzeug von der insolventen Air Berlin. Bei dem Flugzeug handelt es sich um den Airbus A320 mit dem Kennzeichen D-ABDT. Die Airline hat das Flugzeug von der Leasinggesellschaft Magnetar geleast.

„Für unser Integrationsprojekt, das wir in Rekordzeit bewältigt haben, gibt es kein Beispiel in der europäischen Luftfahrt“, sagte Eurowings-Hauptgeschäftsführer (CEO) Thorsten Dirks. Eurowings-Mitarbeiter hätten dabei, so Dirks, „außergewöhnliches“ geleistet. „Air Berlin war 40 Jahre im Markt. Wir haben in weniger als
40 Wochen einen Großteil der Flugkapazitäten, die durch das Ausscheiden von
Air Berlin weggefallen sind, wieder für Millionen Fluggäste bereitgestellt und einen Kollaps des deutschen Luftverkehrs verhindert“,  sagte Dirks selbstbewusst.

Entschuldigung für Flugausfälle

Allerdings ist das schnelle Aufwachsen der Kapazitäten bei der Lufthansa-Tochter nicht ohne Probleme vonstatten gegangen. In diesem Jahr haben sich Verspätungen und Flugausfälle in einem Maße gehäuft, dass nicht wenige Betroffene von „Chaos“ sprachen. Thorsten Dirks sah sich Ende Juni gar gezwungen, in einem Rundschreiben für die „Flugplanänderungen, Flugausfälle oder Verspätungen“ zu entschuldigen. „Unabhängig davon, ob die Probleme der vergangenen Wochen auf interne oder externe Faktoren zurückzuführen sind: Wir haben nicht immer die Qualität erbracht, die Sie von uns erwarten und wie wir sie auch von uns selbst fordern“, gab er damals zu. Die Airline schreibt in einer Presseaussendung: „Rückblickend waren die Herausforderungen der letzten neun Monate für Eurowings enorm.“

Eurowings hat am 18. Mai 2018 erstmalig über 100.000 Passagiere an einem Tag geflogen. Im Bild ein Airbus A320 der Lufthansa-Tochter. © Volker K. Thomalla

Die neuen Flugzeuge mussten umlackiert werden, was rund 10 Tonnen Farbe verbrauchte. Die Technik hat nach Angaben der Eurowings rund 12.000 Arbeitsstunden investiert, um die ex-Air Berlin-Flugzeuge auf den Standard der Eurowings zu bringen. Und schließlich hat das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) rund 15 Tonnen Dokumente geprüft, um die Flugzeuge für den Einsatz bei Eurowings freizugeben.

3.000 neue Mitarbeiter

Es waren aber nicht nur die Flugzeuge in die Flotte zu integrieren, es mussten ja auch neue Mitarbeiter gesucht und gefunden werden. Eurowings hat in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben 3.000 neue Arbeitsplätze beim fliegenden und Bodenpersonal geschaffen. Und diese Mitarbeiter benötigten neben der Schulung unter anderem ja auch Uniformen. Dafür hat die Airline 54 Kilometer Stoff für 11.000 Jacken, Blazer, Hosen, Röcke, Blusen und Hemden eingekauft und verarbeiten lassen. „Auch unsere vielen neuen Kolleginnen und Kollegen machen einen hervorragenden Job und haben maßgeblich dazu beigetragen, dass wir die Integration so schnell bewältigen konnten“, lobte Dirks die Mitarbeiter.

Mit der abgeschlossenen Integration kann sich Eurowings nun darum kümmern,  die bestehenden Probleme bei den Betriebsabläufen zu reduzieren. Dabei handelt die Airline nun aus einer Position der Stärke heraus. Sie ist an den Flughäfen Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Nürnberg und Hannover nun jeweils die größte Airline. Dirks versprach: „Wir werden auch in den nächsten Monaten zusätzliche Mittel und Personal mobilisieren, um schnellstmöglich wieder das zu bieten, was unsere Kunden zu Recht von uns erwarten: einen sicheren und komfortablen, aber auch pünktlichen und zuverlässigen Flug.“

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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